Entwurf zur Innenansicht des Bibliotheks-Neubaus – „Bücher als tragende Pfeiler des Gebäudes" (Entwurf: Eßmann/Gärtner/Nieper Architekten GbR)

Entwurf zur Innenansicht des Bibliotheks-Neubaus – „Bücher als tragende Pfeiler des Gebäudes" (Entwurf: Eßmann/Gärtner/Nieper Architekten GbR)

Lichtdurchflutete Bibliothek auf grünem Campus

Glasdach, Treppen und Lesebalkone stellen moderne Elemente der neuen Bibliothek dar, auf die ihre künftigen Nutzer im Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrum (GSZ) der Martin-Luther-Universität schon jetzt gespannt sein können.

Im Frühjahr 2012 wird Baubeginn sein. Doch zunächst gilt es für die Bauarbeiter, jene Gebäude auf dem Areal abzureißen, die zukünftig nicht mehr gebraucht werden. Später verlegen sie unter anderem neue Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen. Zeitgleich läuft für alle Bauabschnitte die Ausführungsplanung.

„Der Rückbau ist der Anfang des Aufbaus – und auf den freuen wir uns“, sagt Rektor Prof. Dr. Udo Sträter. „Es ist und bleibt ein tolles Projekt.“ Im Juli fiel der Startschuss, 2014 soll alles fertig sein: An der Emil-Abderhalden-Straße entsteht für 52 Millionen Euro das GSZ in der Regie des Landesbaubetriebs.

So soll nach Entwurf des Architekturbüros das künftige GSZ mit Park entlang der Emil-Abderhalden-Straße aussehen (Entwurf: Reiner Becker Architekten)

So soll nach Entwurf des Architekturbüros „Reiner Becker Architekten“ das künftige GSZ mit Park entlang der Emil-Abderhalden-Straße aussehen

Die Bibliothek wird wegen des Kostendeckels zwar kleiner ausfallen als ursprünglich gedacht, aber bereits in den Architekturentwürfen wird der Reiz des futuristischen „Bibliotheks-Kubus“ deutlich. „Und die Bibliothek wird 2014 funktionieren, es sind ausreichend Expansionsflächen vorhanden“, beschreibt Uni-Kanzler Dr. Martin Hecht das Projekt.

Der 17,5 Meter hohe Bibliotheksneubau im Kubus wird einen besonderen Blickfang des GSZ darstellen und als Wahrzeichen den Charakter des Campus bestimmen. Gelbliche Ziegel, die an das Hauptgebäude der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) erinnern, stellen weithin sichtbare Gestaltungselemente dar.

„Bücher als tragende Pfeiler des Gebäudes“

Eine weitere Besonderheit ist das Glasdach bzw. die großen Oberlichter im Dach. Bis in die unteren Ebenen sorgen sie für Helligkeit und erwecken für den Leser den Eindruck, unter „freiem Himmel“ zu arbeiten. Die Position scheinbar sparsam gesetzter Fenster erschließt sich im Innern des Hauses – hier ergeben sich aus den Lesebereichen und Büros ansprechende Ausblicke in den kleinen Park und auf den Campus.

„Die Bücher sollen bildhaft als tragende Pfeiler des Gebäudes gesehen werden“, so das Konzept der Architekten des Büros Eßmann/Gärtner/Nieper. Für die Nutzer stehen zwei lichtdurchflutete Lesebereiche zur Verfügung: ein großzügiger Raum auf der Westseite und Inseln sowie Lesebalkone auf der Ostseite. „Offene Orte“ für die Leser an den Stegen und Treppen des mittleren Raums sollen darüber hinaus geschaffen werden. Ein großzügiges Foyer, in der Mittelzone ein Infotresen und ein Zeitschriftenbereich dürfen natürlich nicht fehlen.

Freiflächenplan des GSZ

Freiflächenplan des GSZ

17.000 Quadratmeter groß ist die Gesamtfläche des Campus, die nun bebaut wird, die Nutzfläche im GSZ umfasst 11.400 Quadratmeter. Weichen müssen für die Neubauten unter anderem die alten Stallungen auf dem einst von der Landwirtschaftlichen Fakultät genutzten Areal. Prägende Gebäude an der Ludwig-Wucherer-Straße und der Adam-Kuckhoff-Straße bleiben erhalten und sollen saniert werden.

„Es ist gut, dass sich auch die Studierenden mit ihren Vorstellungenzum neuen Campus einbringen. Sie sind an den Planungen beteiligt“, so Kanzler Hecht. Einige der studentischen Vorschläge, zum Beispiel die Einrichtung von Räumen für Studierendenvertreter und Arbeitsgruppen, sollen in die Planung bei der baulichen Umsetzung mit einfließen.

Im Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrum werden Institute zusammengeführt, die aktuell auf 17 Standorte verteilt sind. Bis zu 350 Beschäftigte werden im GSZ arbeiten. Rund 3000 Studierende werden es nutzen. Der neue Campus wird öffentlich zugänglich sein, wahrscheinlich auch über einen Durchgang am Steintor-Varieté.

Text: Carsten Heckmann und Ute Olbertz

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