Drei Studentenreiter beim Ausritt in der Nähe von Bernburg (Foto: Maike Glöckner)

Drei Studentenreiter beim Ausritt in der Nähe von Bernburg (Foto: Maike Glöckner)

Heiter ist der Studentenreiter

Wenn sich studierende Pferdenarren um einen Stammtisch versammeln und „Fako“ trinken, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die „Studentenreiter“. In ganz Deutschland treffen sie sich und tauschen sich zu Fragen aus wie: Wo kann ich guten Reitunterricht nehmen? Welche Krankheit hat mein Pferd? Und wie trainiere ich es am besten? Die Studentenreiter heißen offiziell „Deutscher Akademischer Reiterverband“ und pflegen eine über 50-jährige Tradition. Seit zehn Jahren gibt es auch eine Gruppe in Halle. Sie wird derzeit von den Vorsitzenden Stefanie Frohburg und Nicole Zacher geleitet.

Einmal wöchentlich treffen sich die halleschen Studentenreiter im Bauernclub. „Wir klären hier nicht nur Fachfragen“, sagt Stefanie Frohburg. „Vielmehr steht das gemeinsame Zusammensein im Vordergrund.“ Auf Parties und Studentenreiter-Turnieren verbringen die Pferdenarren miteinander Zeit. Um an den Turnieren teilzunehmen, reisen sie oft in Städte in ganz Deutschland. Das Besondere: Die Reiter müssen kein eigenes Pferd besitzen, um teilnehmen zu können. „Denn viele Studierende müssen ihr Pferd verkaufen, weil sie keine Zeit mehr haben, es zu pflegen“, sagt Stefanie Frohburg. Stattdessen stellt der Gastgeber die Pferde.

Gruppenfoto mit Pferden und Hund: Die Studentenreiter auf einem Gestüt bei Bernburg. (Foto: Maike Glöckner)

Gruppenfoto mit Pferden und Hund: Die Studentenreiter auf einem Gestüt bei Bernburg. (Foto: Maike Glöckner)

Das fremde Pferd erfordert Reiterfahrung – die ohnehin notwendig ist, um bei den Turnieren sowohl in der Disziplin Dressur als auch im Springen antreten zu können. Um die halleschen Studentenreiter in Deutschland bekannter zu machen, hat das Team selbst ein Turnier auf die Beine gestellt. Vom 13. bis 15. April treffen sich wieder Reiter aus ganz Deutschland – in diesem Jahr in Beesenstedt, einem kleinen Dorf in der Nähe von Halle. Üblicherweise startet das Turnier-Wochenende mit einer Mottoparty. Dabei gilt es gerade so viel zu feiern, dass man am nächsten Tag noch in den Sattel steigen kann. Die Gruppe, die am besten feiert, erhält zum Schluss den „Survivalcup“. Getrunken wird das traditionelle Studentenreitergetränk „Fako“ – ein Mix aus Fanta und Korn. „Das ist schon eine kleine Welt für sich“, schmunzelt Nicole Zacher, „darauf muss man sich einlassen können.“

Ziel der halleschen Studentenreiter ist es, an den deutschen Hochschulmeisterschaften teilzunehmen. Um das zu erreichen, suchen sie noch nach Pferdefreunden, die sich ihnen anschließen. Finanziert werden die Studentenreiter vom Hochschulsport und von selbst organisierten Partys. Deshalb gibt es keine Mitgliedsgebühr. „Jeder kann zu uns kommen, ob mit oder ohne Pferd. Wer mitmacht, hat die Chance zu reiten und wird vor allem viele Kontakte knüpfen“, so Stefanie Frohburg.

Die Studentenreiter treffen sich jeden Montag ab 12 Uhr im Bauernclub in der Ludwig-Wucherer-Str. 82-85.

Text: Maria Preußmann

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