"Politik wird immer Bestandteil meines Lebens sein"

Patrick Wanzek ist nicht nur Landtagsabgeordneter der SPD und Lehramtsstudent an der MLU. Seit drei Jahren macht er auch als Ortsbürgermeister von Ermlitz Kommunalpolitik. Im Magdeburger Landtag will der 28-Jährige vor allem am neuen Kinderförderungsgesetz mitarbeiten. Zuvor musste er sein eigenes Wahlkreisbüro eröffnen und zum ersten Mal eigene Mitarbeiter einstellen.

Patrick Wanzek hat sein SPD-Wahlkreisbüro in Bad Dürrenberg. (Foto: privat)

Patrick Wanzek hat sein SPD-Wahlkreisbüro in Bad Dürrenberg. (Foto: privat)

Wie haben sie Ihren ersten Tag im Landtag erlebt?

Ich bin bei der letzten Landtagswahl am 20. März 2011 in den Landtag gewählt worden. Mein erster Tag war natürlich aufregend. Ich musste mich erst einmal orientieren, wo welcher Raum im Landtag ist. In der ersten Fraktionssitzung musste ich gleich angeben, in welchen Politikfeldern ich arbeiten möchte, ich hatte ein Stapel von Papieren zu lesen und für die Landtagsverwaltung auszufüllen. Außerdem kam eine Menge von Fragen auf mich zu – zum Beispiel: wo werde ich ein Wahlkreisbüro eröffnen, und wen stelle ich als Mitarbeiter ein et cetera.

Wie hat sich Ihr Alltag seitdem verändert?

Ich habe nun ein eigenes Wahlkreisbüro mit zwei Mitarbeitern und habe neben den Landtagssitzungen, den Ausschusssitzungen, Arbeitskreistreffen und den Fraktionssitzungen auch eine Reihe von Terminen im eigenen Wahlkreis wahrzunehmen.

Warum wollten Sie in den Landtag?

Ich wollte mich in den Bereichen Soziales und Bildung engagieren, was ich vorher schon seit 2004 auf verschiedenen Ebenen in der Kommunalpolitik getan habe. Vor allem wollte ich an der Novellierung des Kinderförderungsgesetzes, kurz KiFög, mitarbeiten und die Einführung der Gemeinschaftsschule mitgestalten.

Was sind ihre politischen Schwerpunkte?

Ich bin in der SPD Landtagsfraktion Mitglied im Arbeitskreis Soziales und im Arbeitskreis Bildung. Also kann ich mich in den Politikfeldern engagieren, in denen ich mich auch betätigen wollte. Die Sprecherfunktion habe ich für die Bereiche Integrationspolitik und Erwachsenenbildung inne.

Wie sieht Ihre Arbeit dafür konkret aus?
Das kann ich an der aktuellen Arbeit am KiFöG aufzeigen. Wie die anderen Mitglieder des Arbeitskreises Soziales habe ich mich mit Eltern, Erzieherinnen und verschiedenen Trägern von Kindertagesstätten über Probleme und ihre Anregungen, was verbessert werden sollte, unterhalten. Diese Anregungen habe ich dann mit in die Beratungen über die Vorschläge des Sozialministeriums zu den Inhalten des neuen KiFöG eingebracht. Nachdem wir uns innerhalb der Fraktion über Eckpunkte des neuen Gesetzes geeinigt haben, haben wir diese mit den Sozialpolitkern der CDU diskutiert. Als nächstes werden wir den ausformulierten Gesetzesentwurf diskutieren, bevor er den regulären Weg durch das Kabinett und den Landtag nehmen wird.

Was wollen Sie in den fünf Jahren als Landtagsabgeordneter erreichen?

Ich möchte mich als verlässlicher Ansprechpartner für die Bürger und Bürgerinnen, die Vereine und Kommunalpolitiker und -politikerinnen in meinem Wahlkreis etabliert haben. Ich möchte nach fünf Jahren sagen können, dass wir – die Koalition – erfolgreich das KiFöG novelliert haben, die Gemeinschaftsschule eingeführt haben, die Qualität des Unterrichts und die Integration von Migranten verbessert sowie ein flächendeckendes Angebot für individuelle Weiterbildung gesichert haben. Daran arbeite ich die nächsten Jahre mit.

Ist die Politik nach dem Studium ihr berufliches Ziel?

Politik wird bestimmt immer Bestandteil meines Lebens sein, aber ob sie auch immer beruflich betreiben möchte, kann ich zurzeit noch nicht sagen.

(Interview: Corinna Bertz und Tom Leonhardt)

Einen Bericht über die beiden studierenden Landtagsabgeordneten Franziska Latta und Henriette Quade gibt es im aktuelllen Unimagazin, ein Interview mit dem Abgeordneten und Studenten Jan Wagner im Onlinemagazin.

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