"Alles ist möglich. Man muss es nur durchsetzen", sagt Bianca Siever, Leiterin des Wokrshops für Studierende mit Kind. (Foto: Maria Preussmann)

"Alles ist möglich. Man muss es nur durchsetzen", sagt Bianca Siever, Leiterin des Wokrshops für Studierende mit Kind. (Foto: Maria Preussmann)

Karriere mit Kind?

Cathérine Pechner stand kurz davor, ihre Masterarbeit in Musikwissenschaften zu schreiben, als sie schwanger wurde. „Eigentlich wollte ich gleich von der Uni ins Berufsleben. Das Kind hat meine Pläne etwas durcheinander gebracht“, erzählt sie jetzt mit rundem Bauch. Bis sie ihren Abschluss machen kann, nutzt die 26-Jährige die Pause, um sich mit ihrer beruflichen Zukunft zu befassen.

„Frauen mit Kind neigen schnell zu: Ja ich will arbeiten, aber ich habe ja ein Kind“, sagt Bianca Sievert. Die Laufbahn- und Karriereberaterin leitete am 3. Februar einen Berufsorientierungsworkshop für MLU-Studierende, die ihre Karriere mit Kind planen. Der vom Familienbüro initiierte Kurs sollte Eltern und werdenden Eltern zeigen, dass ein Kind kein Hindernis bei der Karriereplanung darstellt. „Das Kind ist Teil der Planung. Es soll keinen Einfluss auf die beruflichen Wünsche haben“, sagt Sievert.

Mithilfe der Trainerin definierten die Teilnehmerinnen und der einzige männliche Teilnehmer im Workshop ein berufliches Ziel für sich. Dabei sollten sie sich möglichst hohe Ziele setzen, aber zugleich realistisch bleiben. „Wer als Eventmanager arbeiten will, wird dafür nicht fünf Wochen am Stück von zu Hause wegbleiben können. Es gibt aber zum Beispiel Veranstaltungen, die nur tagsüber organisiert werden müssen“, erklärt Sievert.

Ihre Kompetenzen sollten die Studierenden in einer „Profilinventur“ beschreiben. Stärken, Praxiserfahrung und soziales Engagement wurden Stück für Stück herunter gebrochen, bis jeder Teilnehmer ein klar definiertes Kompetenz-Profil erhielt. Anhand dessen können die Eltern nun gezielt auf Jobsuche gehen. Natürlich müsse man nach Unternehmen suchen, die eine Arbeit mit Kind möglich mache, meint die Karriereberaterin Sievert.

Cathérine Pechner erarbeitet sich im Kurs ihr Kompetenz-Profil. (Foto: Maria Preußmann)

Cathérine Pechner erarbeitet im Kurs ihr Kompetenz-Profil. (Foto: Maria Preußmann)

„Vor allem mittelständische Unternehmen bieten häufig größere Chancen auf eine Halbtagsstelle an als große Firmen.“ Und auch die MLU sei nur ein Beispiel für einen Arbeitgeber, der mit dem Zertifikat audit familiengerechte Hochschule ausgestattet ist. Mittlerweile bieten Hochschulen sogar einen „Dual Career Service“ an: Kommen ausländische Wissenschaftler an die Uni, werden durch das Programm auch die Partner in der Jobvermittlung unterstützt.

Der Workshop sollte auch eine Ermutigung sein. Dass Cathérine nicht alleine ist, ist ihr erst in dieser Veranstaltung bewusst geworden: „Ich hätte von manchen nicht gedacht, dass sie Eltern sind. Wie haben die nur Kind und Studium unter einen Hut bekommen?“ Um sich darüber auszutauschen, können Eltern am Arbeitskreis „Studieren mit Kind“ teilnehmen. Treffpunkt ist jeden zweiten Donnerstag um 17 Uhr in der Kinderinsel im StuRa.

Genauso wie Studierende mit Kind das Studium meistern, so ist es auch möglich, den Berufseinstieg mit einem Kind zu organisieren. Entscheidend sei, sagt Bianca Sievert: „Alles ist möglich, man muss es nur durchsetzen.“ Text: Maria Preußmann

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