Frank Steinheimer und der versteinerterte 50 Millionen Jahre alte Baum. (Fotos: Günter Bauer)

Frank Steinheimer und der versteinerterte 50 Millionen Jahre alte Baum. (Fotos: Günter Bauer)

Riesenspektakel vorm Dom

Mit dem Schwerlastkran kamen sie: Drei tonnenschwere restaurierte Fossilien aus der Geiseltal-Sammlung. Ein fossiler Baumstamm und zwei Riesenkalkkugeln schwebten gestern Vormittag über den Zaun des Gebäudes des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen. Der wertvolle Sammlungsschatz der Uni wird somit sichtbar in der Stadtlandschaft präsentiert.

Die Riesenkalkkugeln schweben ein.

Die Riesenkalkkugeln schweben ein.

Die Funde aus dem Geiseltal sind den Hallensern jedoch nicht unbekannt: Im Innenhof der Neuen Residenz in Halle konnten die Besucher mehr als 50 Jahre lang die beiden Riesenkalkkugeln (Riesenkalzitsphärite) mit einem Durchmesser von 1,50 Metern und den fossilen Baumstamm aus dem ehemaligen Braunkohlentagebau Mücheln im Geiseltal bewundern. Nach dem Naturschutzrecht zählen diese bereits seit 1975 zu den als Einzelobjekte geschützten Naturdenkmälern. Zudem sind sie als „Geotop“ und nationales Kulturgut registriert. Durch jahrzehntelangen Witterungseinfluss hatten sich in den Riesenkalkkugeln Risse gebildet, die durch eindringendes Regenwasser und Frost zu immer größeren Spalten führten.

Die Leitung des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen ließ daher die beiden Kugeln und den zweigeteilten kalkig erhaltenen Baumstamm bergen und die Objekte durch Fachleute restaurieren. Mit diesen Arbeiten wurde die Spezialfirma Bennert GmbH aus Wiedemar beauftragt. Die Kugeln wurden in die durch die Risse und Spalten entstandenen Einzelteile zerlegt und zur Restaurierung in die Werkshalle der Firma abtransportiert. Die Einzelteile wurden mit Epoxidharz verklebt und die ehemaligen Rissflanken wieder verschlossen. Die Kugeln erhielten darüber hinaus eine wasserabweisende Ummantelung. Gemeinsam mit dem zweigeteilten Baumstamm, der durch eine Edelstahlverankerung wieder zusammengesetzt wurde, stellen sie künftig ein sichtbares Zeichen des naturwissenschaftlichen Sammlungsmagazins der Martin-Luther-Universität in Halles Innenstadt dar.

Weitere Bilder und ein kurzes Video bei der MZ.

(kurz notiert von Sarah Huke)

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