Großes Interesse an der Sondersitzung des Akademischen Senats im Oktober (Foto: Maike Glöckner)

Großes Interesse an der Sondersitzung des Akademischen Senats im Oktober (Foto: Maike Glöckner)

Strukturdebatte sorgt für Bewegung an der MLU

Kurz vor Weihnachten steht die Strukturdebatte an der Martin-Luther-Universität noch einmal im Fokus: Für den 12. Dezember hat das „Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten“ seine bislang größte Protestdemonstration angekündigt. Am selben Nachmittag tagt der Akademische Senat. Rektor Udo Sträter wird dort auch über den aktuellen Stand der Strukturdebatte informieren. „Auf der Sitzung wird dazu aber kein bindender Beschluss getroffen. Über konkrete Einsparungen an den Fakultäten gibt es zurzeit keine Beschlussvorlage“, sagt er.

In einer Sondersitzung hatten die Senatsmitglieder im Oktober beschlossen, dass bis zum Dezember ein Einsparpotenzial von 3 Millionen Euro, der Hälfte des MLU-Haushaltsdefizits, festzulegen sei. Von den insgesamt 120 Professuren, die bis 2019 frei werden, sollten 25 bestimmt werden, die potenziell eingespart werden können, ohne dass dadurch in das Profil der Universität eingegriffen wird. „Es ist sinnvoll zu zeigen, was wir mit unserem derzeitigen Budget leisten können – und was nicht“, so der Rektor.

Über die betroffenen Professuren haben Dekane und Universitätsleitung in den vergangenen Wochen intensiv verhandelt. Mit dem dazugehörigen wissenschaftlichen Personal handelt es sich um rund 100 Stellen, die in den kommenden fünf Jahren frei werden und vorläufig nicht wieder besetzt werden sollen. „Sie stellen ein Einsparpotenzial dar, keine endgültige Entscheidung“, unterstreicht Udo Sträter. „Das letzte Wort darüber wird in der Profildiskussion im nächsten Jahr gesprochen.“ Im Herbst 2013 will der Wissenschaftsrat sein Gutachten über die Zukunft der Hochschulen Sachsen-Anhalts vorlegen.

Das Aktionsbündnis aus Studierendenrat, Personalrat, Gewerkschaften und einigen Hochschulgruppen wird bis dahin weiter gegen Kürzungen protestieren. Seine Mitglieder fordern die Ausfinanzierung der MLU durch das Land. Vergangene Woche hatte sich eine große Gruppe des Bündnisses mit der Universitätsleitung zum Austausch getroffen. „In unserem Ziel, die Universität auszubauen, unterscheiden wir uns nicht, wohl aber in der Frage, wie man das erreichen kann“, bilanzierte der Rektor nach dem Gespräch.

Aus seiner Sicht hat die Strukturdebatte schon viel in Bewegung gesetzt: „Seit wir über Kürzungen diskutieren, gibt es unter zahlreichen Fächern große Vernetzungsaktivitäten. Es wird darüber diskutiert, wie man sich gemeinsam stärker aufstellen kann. Auch in der Politik wird uns zugehört. Alle interessieren sich für unseren Kassensturz.“ Text: Corinna Bertz

Mehr: aktuelles Interview mit Rektor Udo Sträter auf Radio Corax

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