Ein starkes Team: Die Gründungsmitglieder der Jugenduni 2012 auf dem Uniplatz (Foto: Jugenduni)

Ein starkes Team: Die Gründungsmitglieder der Jugenduni 2012 auf dem Uniplatz (Foto: Jugenduni)

Mitmischer, „Mutti“, Manager: Für Schüler im Einsatz

Schülerlotse, Werbefachkraft, Finanzexpertin – die Studentin Dorothee Altenstein ist alles auf einmal. Als Projektkoordinatorin bei dem gemeinnützigen Verein Jugenduni Halle kümmert sie sich seit dem Sommersemester 2011 um die Organisation der Jugenduni-Woche im Herbst. Schon jetzt arbeitet Dorothee, die alle Doro nennen, an der Planung der nächsten Jugenduniwoche im Oktober.

Zur Jugenduni ist Doro, die „Management natürliche Ressourcen“ studiert, über das ASQ-Studienmodul gekommen. „Ich habe von Kommilitonen gehört, dass es die Jugenduni gibt und das die Arbeit sehr aufregend sein kann.“ Das war 2011. Die Jugenduni wurde gerade neu belebt und brauchte dringend freiwillige Kräfte.

Dorothee Allenstein engagiert sich bei der Jugenduni und schlüpft in verschiedene Rollen

Dorothee Allenstein engagiert sich bei der Jugenduni und schlüpft in verschiedene Rollen

Damals wie heute begleitet Doro Schüler auf dem Campus, die sich für ein Studium interessieren. „Ich erzähle etwas über mein Studienfach, gehe mit ihnen in eine der Einführungsveranstaltungen, in die Mensa oder in die Bibliothek“. Schülern Hilfestellungen für den weiteren Lebensweg zu geben, hat der Bernburgerin so viel Spaß gemacht, dass sie auch nach Abschluss des ASQ bei der Jugenduni geblieben ist.

Seitdem wurden die Aufgaben immer vielfältiger. „Ich habe die Jugenduniwoche letztes Jahr organisiert und würde es dieses Jahr gern wieder tun. Da ich aber mit dem Studium fertig werde, wird es wohl in andere Hände übergehen.“ Sollte Doro nach dem Studium in Halle bleiben, wird sie weiter aktiv für die Jugenduni arbeiten. „Wir haben auch Mitglieder, die schon berufstätig sind und trotzdem noch mitmachen. Die Mitarbeit macht halt viel Spaß.“ Dabei bleibt auch genügend Zeit für Freizeit und Uni.

„Wenn Prüfungen sind und ich keine Aufgaben erledigen kann, übernimmt die jemand anders“. Jemand anderes – das ist einer der anderen 15 Freiwilligen, die bei der Jugenduni arbeiten. „Wir unterstützen uns gegenseitig und ich kann auch mal zum Unisport gehen oder World of Warcraft zocken“. Die „große, laute“ Gruppe trifft sich regelmäßig ein Mal im Monat für 2 bis 3 Stunden in einem der Universitätshörsäle. „Wir sind untereinander befreundet, gehen zusammen Kaffee trinken und machen sogar eine Weihnachtsfeier.“

Studieren - wie geht das? Das Team der Jugenduni will Schülern (hier im Labor im Biozentrum) Orientierung bieten (Foto: Maike Glöckner)

„Studieren – wie geht das?“ Das Team der Jugenduni will Schülern (hier im Labor im Biozentrum) Orientierung bieten (Foto: Maike Glöckner)

Insbesondere in den Bereichen Finanzen und IT sucht das engagierte Team zurzeit noch Unterstützung. „Wir suchen immer neue Mitglieder. Leute, die Spaß daran haben, an unserer Homepage zu arbeiten, Projekte leiten oder einfach gern draußen mit den Schülern unterwegs sind. Unterstützung brauche ich auch bei der Jugenduni-Woche oder dem Schnupperstudium“. Gerade in den Herbstferien gibt es Veranstaltungen nur für Schüler, bei denen auch verschiedene Dozenten Vorträge halten. „Zu uns kommen die Schüler zur Orientierung ab der neunten Klasse. Vorher lohnt es sich nicht. Die Interessen ändern sich oft noch“.

Aber auch ältere Schüler nutzen das Angebot der Jugenduni. „Oft wissen die Jugendlichen nicht, welche Leistungskurse sie für das spätere Studium brauchen. Andere haben noch gar keine Idee, was sie studieren sollen“. Bei der Jugenduni richten sich die Mitarbeiter nach den Interessen der Schüler. „Manche wollen den Campus gar nicht sehen, sondern nur etwas über das Studium wissen. Manchmal ist der Kontakt nach ein paar E-Mails wieder abgebrochen, andere trifft man länger.“

„Da muss ich manchmal Mutti spielen“

Für die Jugenduni können sich die Schüler selbstständig anmelden. Im vergangenen Jahr waren es 150 interessierte Schüler, die verschiedenste Veranstaltungen besuchten. „Es ist sehr unterschiedlich, wie selbstständig die Schüler sind, aber man muss auf alles gefasst sein.“ So auch auf Fragen der besonderen Art. „Was muss ich denn anziehen, wenn ich am ersten Tag in der Uni bin?“ oder „Wie finde ich am besten Freunde in der Vorlesung?“ sind keine Seltenheit.

Da Doro die oft jungen und unerfahrenen Schüler nicht alle allein beaufsichtigen kann, benötigt es Betreuer für die Straßenbahn oder die Vorlesung. „In den meisten Fällen sind die Schüler anständig, aber auch sehr unruhig. Das ist dann immer ein Problem, wenn der Dozent mit der Vorlesung anfangen will. Ich muss den Jugendlichen auch oft sagen wann sie los müssen, um ihre Bahn zu bekommen. Da muss ich dann immer noch mal Mutti spielen.“

Doch viele Jugendliche wissen gar nicht, dass es die Jugenduni überhaupt gibt. „Wir wollen noch mehr ein Begriff für die Schüler werden– in den Schulen in Halle kennt man uns schon ganz gut. Es wäre schön, wenn auch mehr Gymnasien in Sachsen Anhalt wüssten, dass es die Jugenduni gibt.“ Auch vielen Eltern war der Verein bislang kein Begriff. „Wenn Eltern ihre Kinder begleiten hört man oft, das wäre auch was für unsere anderen Kinder gewesen.“ Auch Doro kannte zu ihrem Studienbeginn die Jugenduni nicht. „Ich war auch nie beim Hochschulinformationstag oder der Studienberatung. Vielleicht hätte ich ja was ganz anderes studiert, wenn ich das Angebot genutzt hätte.“ Glücklich ist Doro dennoch in ihrem Studiengang. Sie macht dieses Jahr ihren Master. Christina Naumann

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