Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sprach beim 37. Halleschen Wirtschaftsgespräch über die soziale Marktwirtschaft. (Foto: Maike Glöckner)

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sprach beim 37. Halleschen Wirtschaftsgespräch über die soziale Marktwirtschaft. (Foto: Maike Glöckner)

Mehr als ein Wirtschaftsgespräch

Es war ein Novum, nach zwanzig Jahren Hallescher Wirtschaftsgespräche: Mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sprach am 15. April die erste Referentin in der Reihe des Instituts für Unternehmensforschung und Unternehmensführung an der MLU. Ihr Thema in der fast vollbesetzten Aula: „Die soziale Marktwirtschaft: Mehr als eine Wirtschaftsordnung“.

Lieberknecht nahm ihre Zuhörer mit auf einen kenntnisreichen Ausflug in die mitteldeutsche Kulturgeschichte, um zu zeigen, dass die soziale Marktwirtschaft vor allem eine Frage der geistes- und kulturgeschichtlichen Prägung sei. „Das Wirtschaftsleben spielt sich nicht im moralischen Vakuum ab“, zitierte die studierte Theologin Wilhelm Röpke, einen Gründervater der sozialen Marktwirtschaft.

Innovationsfähigkeit hänge auch von der kulturellen Selbstvergewisserung einer Region ab, ist Lieberknecht überzeugt. Mitteldeutschland, mit seinen zahlreichen Weltkulturerbestätten und geistigen Vordenkern wie Röpke, Franz Böhm und Walter Eucken, besitze ein solches starkes Fundament. „Wir müssen uns wieder stärker auf unsere Grundlagen berufen.“, lautete eine Antwort der Politikerin, die noch viele Fragen offen ließ.

Wie die Balance zwischen Gemeinwohl und Eigennutz finden? Wie Globalisierung und Regionalität auf einen Nenner bringen? Das seien die zentralen Fragen unserer Zeit, die nur mit Hilfe kultureller und soziale Voraussetzungen gelöst werden könnten. (kurz notiert von: Corinna Bertz)

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