"H2OExtrem" für alle

Mit H2OExtrem beteiligen sich die Geographen am "MOOC Producion Fellowship"-Wettbewerb.

Mit H2OExtrem beteiligen sich die Geographen am „MOOC Producion Fellowship“-Wettbewerb.

Seit Jahren setzen die Geographen am Fachgebiet Geofernerkundung und Kartographie E-Learning-Angebote in der Lehre ein. Mit „H2OExtrem“ wollen sie jetzt einen Schritt weitergehen. Im Interview erzählt Dozent Dr. Detlef Thürkow, was dahinter steckt:

„H2O Extrem“ wird der erste MOOC an der MLU sein. Was ist ein MOOC überhaupt?
Detlef Thürkow: MOOC steht für Massive Open Online Course. Diese Onlinekurse wurden zuerst von amerikanischen Universitäten angeboten, Harvard zum Beispiel. Sie bestehen aus E-Learning-Elementen, die wir im Grunde auch jetzt schon an der MLU anbieten. Das Neue am MOOC ist die enge Verknüpfung mit Social Media und die große Zielgruppe: Diese Kurse stehen jedem offen. Es macht keinen Unterschied, ob daran 10000 oder 700 Menschen teilnehmen.

Ich kann auch teilnehmen, wenn ich nicht Geographie studiere?
Jeder kann mitmachen, der zu unserem Thema „Extremereignisse Wasser“ Grundkenntnisse besitzt. Unsere Zielgruppen sind nicht allein Studierende, sondern auch Schüler der gymnasialen Oberstufe und die interessierte Öffentlichkeit. Wer am MOOC teilnimmt und unsere Angebote nutzt, müsste ungefähr sechs Stunden wöchentlich in den Kurs investieren. Der Kurs wird über 16 Semesterwochenstunden laufen.

Worum geht es in dem Kurs?
Um Extremereignisse im Zusammenhang mit Wasser. Fragen im Kurs sind: Wie entstehen Extremereignisse durch Wasser? Wann sind Naturgewalten durch Wasser menschgemacht? Was ist Hochwasser? Was ist Dürre? Welche Strategien gibt es, auf Extremereignisse einzuwirken? Wir erläutern das anhand von plastischen Beispielen, etwa anhand von Umwelt-Syndromen wie dem Aralsee-Syndrom, das man überall auf der Welt wiederfindet.

Was haben die Studierenden von einem MOOC?
Das selbstregulierte Lernen steht im Fokus. Jeder kann selbstbestimmt nach eigenem Tempo Lernen und mit interaktiven Tests seinen Lernerfolg prüfen. Wer beispielsweise schon mit hohem Wissensstand in den Kurs geht und die neuen Inhalte schnell erfasst, kann auch als Tutor für seine Kommilitonen aktiv werden. Dafür bieten wir eine enge Verbindung zu den sozialen Netzwerken mit Foren, Chats und Kommentarfunktionen.
Wir erwarten, dass der Lernerfolg nach einem solchen Kurs bei der Abschlussklausur oder Hausarbeit am Ende größer ist, als bei einem klassischen Seminar oder einer herkömmlichen Vorlesungsform. Wir wollen uns damit aber nicht selbst abschaffen. Unsere Intention ist es viel mehr, die Präsenzlehre zu verbessern – unter anderem, indem das Selbststudium zur Vorbereitung verbessert wird.

Wie bereiten Sie als Dozenten den MOOC vor?
Als Dozent ist es unsere Aufgabe, die Inhalte zu erstellen und möglichst verständlich zu kommunizieren. Dazu gehören Vorlesungsmitschnitte, aber auch interaktive Lernbausteine, Animationen, Tests – vieles was wir schon bei unserem E-Learning-Angebot Geovlex nutzen.
Wir arbeiten außerdem eng mit dem Zentrum für multimediales Lehren und Lernen zusammen. Die LLZ-Experten bereichern unsere Inhalte mit mediendidaktischem Fachwissen und bieten technische Unterstützung.

Sie haben „H2O Extrem“ beim „MOOC Production Fellowship“ eingereicht. Die zehn Kurse mit den meisten Klicks erhalten 25.000 Euro. Wie stehen Ihre Chancen?
Wir sind momentan auf Platz 25, da ist noch Luft nach oben! Allerdings wählt eine Jury unter den 25 bestplatzierten final die 10 zu fördernden Kurse aus, also wäre das erste Ziel, unter die besten 25 zu kommen. Wir wollen unser Konzept aber in jedem Fall umsetzen. Das Geld würde uns bei der Produktion sehr helfen, ideal wäre ein Start zum Sommersemester 2014.

Noch bis zum 22. Mai kann für „H2O-Extrem“ abgestimmt werden.

Interview: Corinna Bertz

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