Anke Märker leitet die neue Sozial- und Konfliktberatungsstelle der MLU. (Foto: Michael Deutsch)

Anke Märker leitet die neue Sozial- und Konfliktberatungsstelle der MLU. (Foto: Michael Deutsch)

Knock-Out für Konflikte

Montagmorgen, der Wecker klingelt. Das Wochenende war wieder zu kurz, man möchte im Bett liegen bleiben. Doch diesmal ist da mehr als der vielleicht normale Montagsblues. Arbeitsunmut macht sich breit, die Aufgaben gehen nicht mehr so leicht von der Hand und die Tage im Büro oder Labor ziehen sich hin. Auslöser dafür können private Probleme oder Konflikte am Arbeitsplatz sein.

„Für erfolgreiche Arbeit ist mehr nötig als fachliche Eignung“, sagt Diplompsychologin Anke Märker. Menschliches Handeln setzt sich aus persönlichen und beruflichen Aspekten zusammen. Beide sind eng miteinander verbunden und wirken sich auf Wohlbefinden und Gesundheit aus. „Konflikte entstehen und gehören zum Arbeiten und zum Leben dazu. Man muss nur etwas dagegen tun und versuchen eine optimale Lösung zu finden. Dabei unterstütze ich die Beschäftigten der Uni“, erklärt Märker. Die 35-Jährige leitet die im Frühjahr 2013 eingerichtete Sozial- und Konfliktberatungsstelle in der Barfüßerstraße 17. Das Angebot der Beratungsstelle ist breit gefächert. Mittelbar und unmittelbar Betroffene können sich an Anke Märker wenden. „Auch die Sorge um einen Mitarbeiter kann Anlass für ein Beratungsgespräch sein. Wenn der Schuh drückt und man sich durchgerungen hat diesen Schritt zu gehen, dann versuche ich möglichst fix einen Termin zu vereinbaren. Voraussetzung für ein Gespräch ist lediglich die Freiwilligkeit sowie die Bereitschaft und der Wille zur Veränderung.“

Die Psychologin unterstützt Betroffene bei der Bewältigung von persönlich und dienstlich belas-tenden Situationen, reflektiert mit ihnen die Konstellationen am Arbeitsplatz und die entsprechende Berufsrolle. Darüber hinaus bietet Anke Märker Coaching und Supervision für Führungskräfte und Kollegen zu den Themen Suchtverhalten, psychische Erkrankungen und Konfliktsituationen und hilft bei Teambildungsprozessen. Außerdem kümmert sie sich um mögliche Fälle von Diskriminierung und sexueller Belästigung, vermittelt zwischen den Parteien und leitet gegebenenfalls das Beschwerdeverfahren ein. „Eine Therapie oder Überweisung zu einem Facharzt kann ich leider nicht bieten, aber ich zeige Wege auf, wie es weitergehen kann.“ Ob Personalrat, Gleichstellungsbüro, Amtsarzt oder Familienbüro – als Schnittstelle zu vielen Bereichen der Universität bietet die Sozial- und Konfliktberatungsstelle umfassende Unterstützung.
Sarah Huke

Sprechzeiten der Beratungsstelle: Montag: 9-12 Uhr, Donnerstag: 13–15 Uhr sowie nach Vereinbarung

Weitere Infos unter: www.sozial-konfliktberatung.uni-halle.de

Kommentar schreiben

Kommentare [ 2 ]

1 Corinna Bertz schrieb am 03.06.2014 um 12:17

Frau Märkers Antwort auf Ihre Frage: Die Beschäftigten der MLU müssen auch gegenüber Dritten (=Studierenden) das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz wahren. Die aktuell geltende Richtlinie für den Themenkreis "Sexuelle Diskriminierung, Belästigung und Gewalt" von 1998 schützt auch die Studierenden. Der Arbeitskreis "Sexuelle Belästigung" arbeitet gerade u.a. daran, die Situation in Bezug auf mögliche Ansprechpartner für Studierende zu verbessern. Prinzipiell können sich Studierende zurzeit an folgende Stellen wenden: Gleichstellung, Prorektorat Studium/Lehre, AGG-Beschwerdestelle, gemäß aktuell geltender Richtlinie theoretisch auch Personalabteilung und -rat. Für Rückfragen steht Frau Märker gern zur Verfügung.

2 Rosa Maier schrieb am 03.06.2014 um 1:05

Ein schöner Artikel über eine sinnvolle Einrichtung. Allerdings fällt auf, dass das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ....(nur) für Arbeitgeber und Beschäftigte gilt". Für Studierende gilt dies nicht? Wie schützt die Uni eigentlich ihre Studenten - gar nicht?

Kommentar schreiben

Ihr Kommentar wird schnellstmöglich durch unser Team freigeschaltet.

Kommentar