Franziska Friese und Robert Filipski vor ihrem Kunstwerk. (Fotos: Maike Glöckner)
Franziska Friese und Robert Filipski vor ihrem Kunstwerk. (Fotos: Maike Glöckner)

Grenzen überschreitendes Wandmosaik

Bunte glänzende Glassteine und matte Natursteine fügen sich zu einem abstrakten Bild zusammen. Das Wandmosaik im Foyer des Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) ist das Ergebnis eines Wettbewerbs zu Kunst am Bau an der Uni Halle. Die Gewinner sind zwei Studenten der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

Das IBZ ist nicht nur ein Zuhause für ausländische Gastwissenschaftler der Uni Halle und der Leopoldina, es ist ein Ort der vielseitig genutzt wird, an dem sich Menschen begegnen und voneinander lernen. Franziska Friese und Robert Filipski zeigen das in ihrem Wandmosaik „Durchdringen“ und haben damit den hochschulinternen zweistufigen Wettbewerb an der Burg Giebichenstein für sich entschieden.

„Unser Mosaik soll das Durchdringen von Räumen zeigen, das Überschreiten von Grenzen und Bewältigen von Hindernissen“, erklärt Filipski. „Außerdem bezieht sich der Titel auch auf das geistige Durchdringen einer Idee, wie es in der Wissenschaft üblich ist.“ Das abstrakte Bild aus Streifenmosaiken erinnert an die Verbildlichung von Codierungssystemen. Natursteine und Glasmosaike von unterschiedlichen Längen und Breiten wurden mit variierenden Fugenbreiten verlegt.

„Wir freuen uns über das Wandmosaik, das mit seinem Thema des „Durchdringens“ auf beeindruckende Weise Bezüge zu der prägenden Idee des IBZ, kulturelle und intekelleutelle Durchdringung in einem internationalen Umfeld zu ermöglichen, herstellt“, so Gesine Foljanty-Jost, Prorektorin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der MLU.

38.000 Mosaiksteine bilden das abstrakte Bild.

38.000 Mosaiksteine bilden das abstrakte Bild.

Mosaik, die uralte Kunst des Zusammenfügens farbiger Teile aus Stein oder Glas, erfordert großes Können. „Das Handwerk haben wir bis zum Wettbewerb gar nicht beherrscht“, erklärt Friese. Die Gewinner der ersten Runde wurden zu einem zwölftägigen Workshop im April 2013 an der Mimar Sinan Güzel Sanatla Üniversitesi in Istanbul eingeladen. „An der Partneruniversität der Burg haben wir die traditionelle Technik gelernt und viele Mosaike in der Stadt angeschaut, um ein Gefühl für das Handwerk zu bekommen.“

Die Künstler selbst haben für ihr Mosaik eine moderne Technik angewendet. „So entsteht eine raue und unebene Oberfläche“, so Filipski. Für die 26 Quadratmeter große Fläche haben die beiden Künstler 38.000 Mosaiksteine mit der Hand bearbeitete, gelegt und auf ein Mörtelbett gebracht. „Bei der Umsetzung haben uns die renommierten Werkstätten van Treeck geholfen.“

Im Juli 2013 kürte eine Jury aus Angehörigen der Burg Giebichenstein, der MLU und Leopoldina, sowie externen Fach- und Sachpreisrichtern die Künstler Friese und Filipski zu den Siegern des Wettbewerbs. „Das war vor fünf Monaten und jetzt ist das Mosaik schon angebracht. Eine aufregende und anstrengende Zeit. Aber es ist super, so eine Referenz schon im Studium vorweisen zu können“, sind sich beide einig.

Ausgelobt wurde der Wettbewerb von der Kunsthochschule. Unter Federführung der Burg-Professoren Andrea Zaumseil und Ulrich Reimkasten wurde im November 2012 an der Burg Giebichenstein ein hochschulinterner, zweistufiger Wettbewerb ausgeschrieben, an dem alle Studierenden des Fachbereichs Kunst teilnehmen konnten. Der Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt finanzierte die Umsetzung. Auch die Leopoldina und der Leopoldina Freundeskreis beteiligten sich bei der Realisation des Wandmosaiks finanziell. (Text: Sarah Huke)

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Kommentare [ 2 ]

1 Nadine R. schrieb am 14.05.2017 um 20:07

Beeindruckend! Ich bin immer wieder verzückt, wenn diese alte Technik an Gebäuden sehe. Zwar betreibe ich selbst das Mosaiklegen nur als Hobby, kann aber dadurch erahnen wie viel Geduld und Ausdauer in so einem Werk steckt. Ein sehr verspäteter Glückwunsch an die Gewinner!

2 38.000 MOSAIKSTEINE | sepia institut schrieb am 10.02.2015 um 14:15

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