Proteinforscherin Dr. Kirsten Bacia gehört zu den Hugo-Junkers-Preisträgern 2013.

Zwei Hugo-Junker-Preise für Forscher der Universität Halle

Gleich zwei Hugo-Junker-Innovationspreise 2013 konnte Wissenschaftsminister Hartmut Möllring am Montag, 9. Dezember, an Wissenschaftler der Universität Halle vergeben. Ausgezeichnet wurde das Team um die Biochemikerin Dr. Kirsten Bacia sowie das Internationale Referenzzentrum für Hodgkin Lymphome im Kindes- und Jugendalter, das an der Universitätskinderklinik Halle beheimatet ist.

In der Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“ erhielt das Team um Junior-Professorin Dr. Kirsten Bacia den dritten Preis für eine neu entwickelte Methode zur Optimierung der Rekonstitution von Membranproteinen. Bacias Team konnte am Beispiel eines Proteins, das für die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika verantwortlich ist, zeigen, dass die entwickelte Methode sehr gut funktioniert.

„Mit der Methode lässt sich der Wiedereinbau von Membranproteinen in Membranen deutlich schneller und mit sehr viel geringerem Materialeinsatz optimieren als bisher“, sagt Kirsten Bacia. Für die Entwicklung nutzte die Biochemikerin eine spezielle optischen Technik, die sie 2010 am Zentrum für Innovationskompetenz HALOmem der MLU, gefördert durch den Bund, an etabliert hat.

„In der Zukunft wollen wir diese universelle Methode auf Membranrezeptoren anwenden, gegen die therapeutisch wirksame Substanzen gesucht werden.“ Zum ausgezeichneten Team gehören: Dr. Mikio Tanabe, Dr. Caroline Haupt, Stefan Werner, Peter Simeonov und Daniela Krüger aus Bacias Nachwuchsforschungsgruppe „Biophysikalische Chemie von Membranen“.

Zentrum für an Lymphdrüsenkrebs erkrankte Kinder und Jugendliche geehrt

In der Kategorie „Innovativste strategische Allianz“ hat das Internationale Referenzzentrum für Hodgkin Lymphome im Kindes- und Jugendalter den zweiten Platz belegt. Professor Dieter Körholz nahm den Preis stellvertretend für das Referenzzentrum entgegen. Die Internationale Studienzentrale für Lymphdrüsenkrebs (Hodgkin Lymphom) steuert die wohnortnahe Behandlung praktisch aller an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Patienten unter 18 Jahren in 15 EU-Staaten.

In den letzten zehn Jahren wurde eine internetbasierte, datenschutzrechtlich geprüfte Kommunikationsstruktur ausgebaut und erfolgreich betrieben. Gefördert wurde das Zentrum dabei von der Mitteldeutschen Stiftung für Forschung bei Krebs im Kindesalter und von der EU.

58 Bewerber haben in diesem Jahr am Wettbewerb um den Hugo-Junkers-Innovationspreis teilgenommen, darunter 17 aus den Universitätsstandorten Magdeburg und Halle. Insgesamt wurden 16 Teilnehmer in der Aula der Martin-Luther-Universität ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 90.000 Euro dotiert und wurde bereits zum 23. Mal vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt ausgelobt.

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