„Internationalisierung fängt bei jedem selbst an“

El Dorado, Erasmus und „Publish in English“ sind einige Themen der Internationalen Woche, die am 7. Mai mit einem lehrfreien „Dies Internationalis“ an der Universität Halle beginnt. Studierende, Professoren und Beschäftigte will das International Office mit zahlreichen Veranstaltungen für den internationalen Austausch gewinnen. Über das Programm spricht Dr. Manja Hussner, Leiterin des International Office der Universität, im Interview.

Dr. Manja Hussner (Foto: Jessen Mordhorst)

Dr. Manja Hussner (Foto: Jessen Mordhorst)

Was ist neu an der Internationalen Woche in diesem Jahr?

Manja Hussner: Erstmals werden auf der Internationalen Woche sechs Fakultäten eigene Veranstaltungen anbieten. Das ist für uns eine sehr wichtige Entwicklung, denn Internationalisierung ist eine Querschnittsaufgabe, die nicht nur vom International Office gestaltet wird, sondern ebenso von den Fakultäten. Sie können ihren Studierenden detailliert zeigen, welche Möglichkeiten des Auslandsaufenthalts es an ihren Instituten und Fachbereichen gibt. Wenn die Fakultäten Internationalisierung leben, dann funktioniert sie auch.

Außerdem richten wir in diesem Jahr das Augenmerk verstärkt auf die Frage, wie wir unsere Universität noch stärker internationalisieren können. Internationalisierung gelingt über Studierende, die ins Ausland gehen und mit dieser Erfahrung zurückkehren. Sie braucht aber auch Strukturen hier vor Ort, zum Beispiel internationale Studiengänge und Promotionsprogramme. Wir treten in dieser Woche deshalb gezielt an die Professorenschaft heran – zum Beispiel durch Information und Beratung zu internationalen Studiengängen und Promotionsprogrammen: Wie muss ich vorgehen, wenn ich ein solches Angebot einrichten möchte? Gerade für die Vorbereitungsphase, die viel Zeit und Personal erfordert, gibt es Förderprogramme, die dabei erheblich unterstützen können.

Welche Veranstaltungen würden Sie Studierenden empfehlen, die zwar ins Ausland gehen wollen, aber noch keine konkreten Vorstellungen haben?

Sie können sich in zahlreichen Veranstaltungen darüber informieren, welche Möglichkeiten des Auslandsaufenthaltes es gibt – vom Sprachkurs über ein Praktikum bis hin zur Promotion im Ausland – und wie sie den Aufenthalt finanzieren können. Eine erste Orientierung bieten am 7. Mai zum Beispiel die Vorträge „Praktikum im Ausland“ um 10.30 Uhr und „Wege ins Ausland“ ab 13.15 Uhr. Während des „Markts der internationalen Möglichkeiten“ kann anschließend jeder im persönlichen Gespräch seine Fragen stellen.

Was bieten Sie für Beschäftigte der Universität?

Das Erasmus-Programm richtet sich ausdrücklich auch an Mitarbeiter der Universität, auch in der Verwaltung. Es geht um die Mobilität der Beschäftigten, denn Internationalisierung fängt bei jedem selbst an. Wir bieten dafür gemeinsam mit dem Referat Personalentwicklung die Weiterbildung „Internationale Kompetenz“ an. Ein Auslandsaufenthalt ist zentraler Bestandteil dieses Angebots. Er wird aus EU-Mitteln des International Office finanziert. Dazu informieren wir am 7. Mai ebenfalls.

Die Internationale Woche findet jetzt zum vierten Mal statt. Was hat sich bei der Internationalisierung der Universität seit der Gründung des International Office 2012 getan?

Die internationalen Bewerberzahlen für das Sommersemester sind von Sommersemester 2011 zu Sommersemester 2014 um über 300 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der internationalen Studierenden hat stetig zugenommen: Sie lag im Wintersemester 2013/14 erstmals bei knapp neun Prozent. Mehr als 1800 Studierende aus dem Ausland waren im vergangen Semester an der Universität Halle eingeschrieben. Das zeigt uns, dass die Martin-Luther-Universität im Ausland als attraktiv wahrgenommen wird. Das Thema Internationalisierung ist auch an der Universität sichtbarer geworden: In der Professorenschaft gibt es ein hohes Interesse daran, es werden zunehmend internationale Studiengänge entwickelt und auch die internationalen Promotionsprogramme werden stärker wahrgenommen. Im vergangenen Semester hat das International Office über 7000 Beratungen zu Auslandsmöglichkeiten vorgenommen. Die Zahl derer, die dann ins Ausland gehen, ist aber immer noch steigerbar. Interview: Corinna Bertz

Kommentar schreiben

Ihr Kommentar wird schnellstmöglich durch unser Team freigeschaltet.

Kommentar