3D-Modell des geologischen Untergrunds von Magdeburg. Foto: Peter Wycisk
3D-Modell des geologischen Untergrunds von Magdeburg. Foto: Peter Wycisk

Ministerium zeigt Einblick in die Magdeburger Unterwelt

Auch Magdeburg hat einen Untergrund – genau genommen sogar dreidimensional und zusätzlich in Glas gelasert. Was die Geologen Interessantes über die Unterwelt wissen, dass zeigt dem Laien ein anschauliches Modell im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft. Heute wurde es von Minister Hartmut Möllring enthüllt. Angefertigt wurde es in einer Kooperation der Uni Halle und dem Landesamt für Geologie und Bergwesen.

Es braucht 56 Millionen geologische Daten, um den 26 mal 30 mal 13 Zentimeter großen Block faktengetreu in Kristallglas zu lasern. Das heißt, es braucht genau genommen 56 Millionen erarbeitete Daten, um daraus ein 3D-Modell des Untergrunds von Magdeburg zu erstellen. Daraus wiederum konnte mit 56 Millionen Laserpunkten ein Glasmodell angefertigt werden, das dem Betrachter visualisiert, woran Geologen arbeiten. „Geologische Modelle sind so komplex, dass man sie mit ganz besonderen Mitteln zugänglich machen muss“, sagt Prof. Dr. Peter Wycisk, Leiter des Fachbereichs Hydro- und Umweltgeologie der Uni Halle.

Peter Wycisk. Foto: Maike Glöckner

Peter Wycisk. Foto: Maike Glöckner

Wycisks Steckenpferd sind die tatsächlich einmaligen 3D-Visualisierungen in Glas. In mehreren Ausstellungen zeigte er die Arbeit der halleschen Geologen als dreidimensionalen Datensatz. 2012 erhielt er dafür auch eine Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs „Deutschland. Land der Ideen“. Damals stand der Untergrund von Halle im Zentrum. Nach zwei Jahren Projektlaufzeit und intensiver Arbeit mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen ist nun Magdeburg dreidimensional modelliert und gläsern. „Wir erreichen hier eine neue Dimension in der Komplexität und Darstellungsweise. Zum einen haben wir den Festgesteinsuntergrund erstmals mit den Störungsflächen dargestellt. Zum anderen können wir auch die darüber liegenden Sedimentschichten originalgetreu zeigen“, so Peter Wycisk.

Die 3D-Modellierung ist keine Spielerei, sondern von unschätzbarem Wert. Denn mit dem zugrunde liegenden digitalen Datensatz, mit dem auch die Glasmodelle errechnet werden, können Fragen zu Baugrund und Standfestigkeit von Gebäuden, Grundwasser und Geothermie als Prognose bereits beantwortet werden, bevor überhaupt Bohrungen stattfinden.

Zu sehen ist das Glasmodell bis zum 26. September 2014 im Foyer des Magdeburger Ministeriums, Hasselbachstraße 4, in Magdeburg. (Manuela Bank-Zillmann)

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