Neue Uni-Senatoren: Johannes Gallon

Mit 20 Jahren ist Johannes Gallon der Jüngste im neuen Senat der Universität Halle. Der Jura-Student ist Sprecher der Grünen Hochschulgruppe Halle. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen Maria Genschorek, Paul Jänicke und Richard Schmidt will er sich in dem Gremium für die Interessen der Studierenden einsetzen.

Was wollen Sie als Senator erreichen?

Johannes Gallon ist für Uni-Angehörige unter unter johannes.gallon@student.uni-halle.de erreichbar. (Foto: privat)

Johannes Gallon ist für Uni-Angehörige unter unter johannes.gallon@student.uni-halle.de erreichbar. (Foto: privat)

Johannes Gallon: Eine transparentere Universität: Die MLU hat über 100 Millionen Euro zu verteilen. Wo fließen die Gelder hin, und was entscheidet eigentlich der akademische Senat? Senatsvorlagen sind endlich zu veröffentlichen! Auch eine nachhaltigere Universität: Die Universität hat zu wenig Geld. Drittgrößter Kostenpunkt im letzten Haushaltsjahr waren die Aufwendungen für Energie und Wasser. Energieeffizienz und Energiebewusstsein sind nicht nur gut für die Umwelt, sondern schaffen mehr Handlungsspielraum im Universitätsbudget. Defekte Hörsäle gleich reparieren ist kostengünstiger, als sie erst kaputt zu studieren! Außerdem: Eine ausfinanzierte Universität. Wohl ein Traum, ich möchte mich dennoch im Senat für eine klare Position gegen den Kürzungswahn einsetzen -gegen Institutsschließungen und Kürzungen im Bibliotheksetat, aber für eine Programmdebatte. Es ist schon lange an der Zeit, dass sich die Universität mit ihren Zielen, Aufgaben und Möglichkeiten realistisch auseinandersetzt.

Neben dem großen Thema der Hochschulstrukturentwicklung: Welche weiteren Themen sehen Sie für den Senat als die aktuell wichtigsten an?

An der Universität und in der Wissenschaft wird zuallererst die Forschung wertgeschätzt. Die Qualität der Lehre ist oft nur ein Nebenthema. Doch ist es genau so Aufgabe der Martin-Luther-Universität zu Lehren wie zu Forschen. Die MLU benötigt ein Konzept zur Wertschätzung von hochqualitativer Lehre und die Möglichkeit der didaktischen Ausbildung von Dozenten und Dozentinnen. Auch sind Probevorlesungen statt Vorträge bei Neuberufungen von Professoren eine Möglichkeit, die Lehre in den Fokus zu rücken.
Inklusion beschreibt die wichtige Diskussion um – sowie den Prozess der gesellschaftlichen Teilhabe von – Menschen mit Handicap. Daraus kann die Universität viel mitnehmen. Die MLU braucht mehr Raum, Austausch und Möglichkeiten für gemeinsames Lehren, Leben und Forschen aller Universitätsangehöriger! Insbesondere für Menschen mit Handicap, aber auch für jene mit Kind und jene aus anderen Ländern.

Welchen Gestaltungsspielraum sehen Sie für die Universität und den Senat beim Entwurf des Hochschulentwicklungsplans?

Lange hat sich die MLU mit wenig Charakter und ohne Programm gegen die angekündigten Budgetkürzungen gewandt. Der Senat muss endlich seinen Standpunkt finden und eine klare Ansage in Richtung Magdeburg senden. Wir dürfen nicht zulassen, dass an der MLU gekürzt wird. Gerade jetzt, wo dem Land Mittel – zum Beispiel die gesparten BAföG-Mittel – zur Verfügung stehen. Der Hochschulentwicklungsplan kann dafür das Sprachrohr sein. Er stößt hoffentlich darüber hinaus eine Programmdebatte an. In Zeiten knapper Kasse brauchen wir endlich ein Konzept. Das ist nicht nur Aufgabe des Senats, sondern der ganzen Universität. Leider wird das Rektorat die Vorlage zum Hochschulentwicklungsplan dem Senat recht kurzfristig vorlegen, sodass eine richtige Diskussion aller Beteiligten der Universität kaum möglich sein wird.

Ebenfalls neu im Senat sind:
Dr. Stephanie Malek
Prof. Dr. Christian Tietje

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