Senat wählt Wolfgang Auhagen zum Prorektor

Mit 17 von 22 Stimmen hat der Akademische Senat heute Nachmittag Prof. Dr. Wolfgang Auhagen auf Anhieb zum neuen Prorektor gewählt. Zum 1. März wird der Musikwissenschaftler die Prorektorin Prof. Dr. Birgit Dräger ablösen, die an der Universität Leipzig das Amt der Kanzlerin antreten wird. Mit einer kurzen Vorstellungsrede empfahl sich Auhagen dem Senat. Der Zuschnitt seines Prorektorats soll bis zur Besetzung der Kanzlerstelle offen bleiben.

Nun steht das Team der neuen Prorektoren fest, das gemeinsam mit Rektor Udo Sträter und einem noch zu bestellenden Kanzler die Geschicke der Universität bis 2018 leiten soll. Zwei Monate nach der letzten Prorektoren-Wahl wurde in der Senatsitzung heute, am 28. Januar, erneut gewählt. Diesmal musste ein Nachfolger für Prof. Dr. Birgit Dräger, Prorektorin für Struktur und Finanzen, gefunden werden.

Prof. Dr. Wolfgang Auhagen (Foto: Markus Scholz)

Prof. Dr. Wolfgang Auhagen (Foto: Markus Scholz)

Eine Person aus dem Bereich der Geisteswissenschaften sei gesucht – denn „wir haben da viel vor“, sagte Prof. Dr. Udo Sträter zu Beginn der Senatssitzung. Die Debatte um die sogenannten Kleinen Fächer soll zum Beispiel mit dem neuen Prorektor geführt werden. Dafür müsse er das Vertrauen der entsprechenden Dekane genießen. „Dies ist bei Wolfgang Auhagen der Fall, deshalb möchte ich ihn für das Amt vorschlagen“, so der Rektor.

In einer kurzen Rede stellte sich sein Kandidat dem Senat vor. Seit fast zwölf Jahren ist Wolfgang Auhagen Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität. Der Musikwissenschaftler forscht insbesondere zur Wahrnehmung von Tonalität und Zeiterleben. Dabei habe er musikhistorisch wie auch musikpsychologisch gearbeitet – „Geistes- und naturwissenschaftliche Forschungsmethoden sind mir beide nicht fremd“, so Auhagen. Bis zu seinem Amtsantritt als Prorektor ist er noch Geschäftsführender Direktor der Abteilung Musikwissenschaft des Instituts für Musik der MLU.

Der gebürtige Hamburger hat in Göttingen studiert, sich in Köln habilitiert und lehrte vor seinem Wechsel nach Halle neun Jahre an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er unter anderem Studiendekan und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kultur- und Kunstwissen­­schaften war. Auch an der Humboldt-Uni habe man während seiner Amtszeit Spardebatten führen und Strukturen neu ordnen müssen.

„Ich sehe das Amt des Prorektors als Koordinierungsstelle für verschiedene Diskussionsträger der Universität. Dennoch ist es mir wichtig, auch Impulse zu geben und Szenarien zu entwickeln“, erklärte Auhagen, der sein neues Amt erst nach der Unterzeichnung der Zielvereinbarungen antreten wird. Mit Blick auf die Nachfolge sei vor allem der Aspekt der Kontinuität wichtig. „Es geht jetzt darum, unter den ausgehandelten Rahmenbedingungen eine tragfähige Struktur zu finden. Auch unter dem Druck der Zielvereinbarungen sollten die Inhalte den Ausgangspunkt für Planungen bilden.“

Auhagen macht sich dabei wenige Illusionen: Strukturentscheidungen seien nicht zu 100 Prozent im Konsens zu treffen. „Sobald wir aber den Entscheidungsprozess nachvollziehbar und transparent gestalten, sollte sich die Universität dadurch nicht auseinander dividieren lassen“, beendete er seine Vorstellungsrede.

Nur eine Nachfrage wurde gestellt, bevor der neue Prorektor mit 17 von 22 abgegebenen Stimmen gewählt wurde. Wie der Zuschnitt des Prorektorats künftig gestaltet sei, wollte Senator Bertolt Marquardt wissen. Dazu werde es mit dem künftigen Kanzler oder der Kanzlerin eine sehr enge Abstimmung geben müssen – die Struktur werde von den Finanzen nie ganz zu trennen sein, so Auhagen.

„Frau Dräger hat sich seit dem Weggang von Herrn Hecht stark mit der Finanzplanung beschäftigt. Wenn alles gut geht, werden wir in kurzer Zeit einen neuen Kanzler haben, so dass es noch zu einer Aufgabenverschiebung kommen wird. Dann sollen die Zuständigkeiten genau beschrieben werden“, sagte Udo Sträter abschließend. Corinna Bertz

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