Die Seminargruppe von 1969 traf sich mit einigen ihrer Hochschullehrer in Halle. (Foto: Karsten Helbig)

Von der Lochkarte zum Bürocomputer: Alumni blicken gemeinsam zurück

Sie waren die Ersten: 1969 schrieben sich 15 Studierende an der Universität Halle ein, um „Mathematische Methoden in der Wirtschaft“ zu studieren. Deutschlandweit war das der erste selbstständige Studiengang seiner Art – ein Vorläufer der heutigen Wirtschaftsinformatik. 46 Jahre später feiert die Seminargruppe von einst im Mai 2015 am Universitätsplatz ein Wiedersehen.

Von der Lochkarte bis zum ersten Bürocomputer – „Wir haben die gesamte Entwicklung mitgemacht“, sagt Dr. Erhard Kinzel rückblickend. Der Büroleiter des Alumni-Vereins der Wirtschaftswissenschaften insitu e.V. hatte das Treffen der ersten Seminargruppe des Studiengangs Mathematische Methoden in der Wirtschaft (MMDW) koordiniert. MMDW war der erste Studiengang, in dem der Schwerpunkt auf die Datenverarbeitung unter wirtschaftswissenschaftlichen Gesichtspunkten gelegt wurde.

Die digitale Rechentechnik, die damals noch ganz am Anfang stand, sollte bald den betrieblichen Alltag revolutionieren. Die Studierenden von damals gehörten deshalb zu den Vorreitern im Bereich der Wirtschaftsinformatik. Zwar hätten nicht alle nach dem Abschluss konsequent in der elektronischen Datenverarbeitung gearbeitet. „Aber alle verfolgen die Entwicklung in ihrem Fachbereich bis heute mit großem Interesse“, so der 77-jährige Kinzel, der 40 Jahre als Dozent an der Uni Halle lehrte, forschte und den Studiengang MMDW damals mit aufbaute.

Auch ehemalige Hochschullehrer wie Prof. Dr. Wolfgang Lassmann und Prof. Dr. Jochen Picht nahmen an dem Treffen im Mai teil. Gemeinsam mit den ehemaligen Studierenden besuchten sie das Löwengebäude und die Räumlichkeiten der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Großen Steinstraße. Schon vor mehr als 45 Jahren wurde in dem Gebäude Wirtschaft gelehrt.

300 Mitglieder hat der Alumni-Verein insitu. Neben der Netzwerkarbeit und den regelmäßigen Treffen für Absolventen unterstützt er Studierende der Wirtschaftswissenschaften auch durch die Vergabe von Förderpreisen. Corinna Bertz

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