Miguel A. Marques berechnet die Supraleitfähigkeit von Materialien

In Portugal, Spanien und Frankreich hat Miguel Marques bereits geforscht. Zum August 2014 ist er dem Ruf nach Halle auf die Professur für Physik der kondensierten Materie gefolgt. „Mein Interesse gilt insbesondere mathematischen Theorien, mit deren Hilfe man die Eigenschaften von Materialien berechnen kann. Unter diesen ist die Dichtefunktionaltheorie die wichtigste.“

Prof. Dr. Miguel Marques (Foto: Maike Glöckner)

Prof. Dr. Miguel Marques (Foto: Maike Glöckner)

Mit Hilfe dieser Theorie ist es Marques gelungen, die Supraleitfähigkeit von Materialien am Computer zu berechnen. Mit einem Entwickler-Team erarbeitete Marques die dafür notwendige Software. Supraleitende Materialien können unter bestimmten Bedingungen Strom leiten, ohne dabei Energie oder Widerstand zu verlieren.

Zwei Dinge reizen den Physiker besonders an seiner Arbeit: Der Erkenntnisgewinn und das Entdecken neuer Theorien oder Materialien. „Ich bin überzeugt, dass sich unsere Gesellschaft nur durch wissenschaftlichen Fortschritt weiterentwickeln kann, und es freut mich, wenn ich meinen kleinen Teil dazu beitragen kann.“

Inzwischen beschäftigt sich der 40-Jährige auch mit Materialdesign. Dank Hochleistungsrechnern lassen sich heute die Kristallstrukturen von Materialen präzise bestimmen. „Das erlaubt uns, neue maßgeschneiderte Materialien zu entwickeln.“

Der gebürtige Portugiese hat sich bereits während des Studiums in seiner Heimatstadt Coimbra auf theoretische Physik spezialisiert. An der Universität Würzburg wurde er 2000 mit einer Arbeit über die Berechnung von Eigenschaften von Supraleitern promovierte. Die Dichtefunktionaltheorie nutzte er auch in seiner Habilitation an der Universität Lyon, um Eigenschaften von Molekülen berechnen zu können.

Miguel Marques hat zuletzt in Frankreich an einem Institut des Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) geforscht und wurde dabei von 2009 bis 2013 durch das CNRS-Stipendium „Chair d’Excellence Junior“ gefördert. Den Kontakt zu den Studierenden habe er vermisst: „Ich habe seit sieben Jahren nicht mehr gelehrt, das hat mir gefehlt.“ Corinna Bertz

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