Von der Fachreferentin zur amtierenden Direktorin: 25 Jahre arbeitete Dr. Dorothea Sommer an der ULB Sachsen-Anhalt. (Foto: Knut Müller)

ULB-Direktorin Sommer wechselt nach München

Nach 25 Jahren wechselt Dr. Dorothea Sommer den Arbeitsort: Zum 1. September wird die amtierende Direktorin der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (ULB) in München zur stellvertretenden Generaldirektorin der Bayerischen Staatsbibliothek ernannt. Zwei Großprojekte konnte sie kurz vor ihrem Weggang noch erfolgreich abschließen.

Mit dem Umzug der Anglistik-Bibliothek begann 1990 Dorothea Sommers Arbeit an der ULB. Mit dem Bezug der Steintor-Bibliothek endet sie. Der Abschied fällt der gebürtigen Hallenserin nicht ganz leicht. „Die ULB ist eine der größten und wichtigsten Bibliotheken Deutschlands, an der ich national und international arbeiten und publizieren konnte. Vor allem in meiner Anfangszeit herrschte hier eine besondere Aufbruchsstimmung, denn wir hatten sehr viel Gestaltungsspielraum“, erinnert sich die Direktorin.

Dorothea Sommer ist ab morgen Stellvertreterin des Generaldirektors der Bayerischen Staatsbibliothek. (Foto: Knut Müller)

Dorothea Sommer ist ab morgen Stellvertreterin des Generaldirektors der Bayerischen Staatsbibliothek. (Foto: Knut Müller)

Zwei Großprojekte konnte Sommer kurz vor ihrem Weggang noch erfolgreich abschließen: „Wir haben gerade die ersten Bände der Zeitung „Hallesches Tageblatt“ online veröffentlicht und die letzten Bibliotheksseiten für die digitalen Publikationen relauncht, die noch nicht im Corporate Design der Uni gehalten waren. Außerdem ist erfreulicherweise ein Förderantrag von Bundesmitteln zur Bestandserhaltung bewilligt worden. Das sind sozusagen meine Abschiedsgeschenke.“

Jetzt freut sich die Neu-Münchnerin auf ihr Amt in Süddeutschland: „Das ist eine Chance, die sich in meinem Beruf nur selten eröffnet, deshalb habe ich diese Möglichkeit ergriffen.“ Die Bayerische Staatsbibliothek München ist eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken und mit zehn Millionen Bänden die zweitgrößte Bibliothek Deutschlands.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde verabschiedete sich Sommer in der vergangenen Woche von den Mitarbeitern der ULB. Dabei überbrachte Uni-Kanzler Markus Leber auch die Grüße und Glückwünsche des Rektorats: „Die Universität ist Frau Dr. Sommer für ihre langjährige Tätigkeit an der ULB und für ihren Einsatz zu großem Dank verpflichtet. Die Berufung an die Bayerische Staatsbibliothek stellt eine große Ehre dar, für ihr künftiges Wirken dort wünsche ich Frau Sommer viel Erfolg“, so der Kanzler.

Dorothea Sommer hat an der Universität Halle Anglistik und Slawistik studiert und wurde mit einer Arbeit zur mittelenglischen Literatur promoviert. An der University of Wales in Aberystwyth studierte sie Bibliotheksmanagements und Informationsservice. Sie begann 1990 ihre Arbeit als Fachreferentin für Anglistik, Literaturwissenschaft und Kunst an der ULB. 1997 wurde sie zur stellvertretenden Direktorin ernannt und hat in dieser Position zahlreiche DFG-geförderte Digitalisierungsprojekte, organisatorische und bauliche Neustrukturierungen und Rekatalogisierungsprojekte der universitären Bibliotheksbestände verantwortet. 2013 übernahm sie den Posten der amtierenden Direktorin.

Die „gute Mischung aus Verwaltungshandeln, dem Arbeiten für die Wissenschaften und Kreativität“ macht für Sommer den besonderen Reiz ihrer Tätigkeit aus. In zahlreichen internationalen Bibliotheksverbänden und -vereinigungen ist sie aktiv, etwa aIs Vorsitzende der Sektion „Bibliotheksgebäude und Ausstattung“ im internationalen Verband der bibliothekarischen Vereine und Institutionen IFLA. In dieser Funktion hat sie zuletzt Konferenzen in Singapur und Paris geleitet.

Ihr bisheriger Stellvertreter Dr. Karl-Ernst Wehnert, Fachreferent der Zweigbibliothek Rechtswissenschaft, wird die ULB ab 1. September kommissarisch leiten. Corinna Bertz

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Kommentare [ 2 ]

1 Wolfgang Starke schrieb am 07.09.2015 um 23:28

Als jahrzehntelanger Mitarbeiter und früherer Stellvertretender Direktor der ULB kann ich mich der Meinung von Dr. Karl-Klaus Walther nur anschließen. Die Wertschätzung der Bibliothek durch die Leitung der Martin-Luther-Universität muss doch sehr gering sein, wenn seit über zwei Jahren die Stelle des ULB-Direktors unbesetzt und sowohl seine als auch die seines Stellvertreters anscheinend noch nicht einmal ausgeschrieben sind. Das führt nun dazu, dass der Fachreferent für Jura und Leiter der Zweigbibliothek Rechtswissenschaft zusätzlich amtierend die Leitung der gesamten ULB übernehmen muss. Für diese gewaltige Aufgabe möchte ich Herrn Dr. Wehnert Kraft und Erfolg wünschen. Wolfgang Starke

2 Dr. Karl Klaus Walther schrieb am 05.09.2015 um 11:36

Sehr geehrte Damen und Herren, Es spricht für Frau Dr. Sommer, daß sie zur Stellvertreterin des Generaldirektors der Bayerischen Staatsbibliothek berufen wurde. Diese Personalie macht aber auch darauf aufmerksam, daß seit dem Weggang Dr. Schnellings die Stelle des Bibliotheksdirektors unbesetzt geblieben ist - eigentlich ein Zustand, der angesichts der Größe und Bedeutung der ULB unverständlich ist. Mit freundlichem Gruß Dr. Karl Klaus Walther, Wissenschaftlicher Bibliotehkar i. R., bis 1988 eienr der stellvertretenden Direktoren der ULB.

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