Zur Zeit der Aufnahme noch menschenleer: Halles neuer Campus. Links im Bild zu sehen ist der Institutsneubau an der Emil-Abderhalden-Straße. (Foto: Markus Scholz)

Angekommen am Steintor-Campus

Zum Wintersemester hat der Lehrbetrieb am Steintor-Campus begonnen. Er ist neben dem Universitätsplatz, den Franckeschen Stiftungen und dem Weinberg mit angrenzendem Klinikum der vierte große Campus der Uni Halle. 15 Jahre sind vergangen, seit erstmals darüber diskutiert wurde, die Geistes- und Sozialwissenschaften an einem Standort zu konzentrieren. Am 17. Oktober haben Anwohner, Studierende und alle Interessierten ab 10 Uhr die Gelegenheit den neuen Campus bei einem Tag der offenen Tür kennenzulernen.

Der neue Campus von oben:

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Roland Östreich hat Respekt vor dem Moment des Lehrbeginns, der 3.000 Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften an den Steintor-Campus bringt. Seit März 2015 ist er Hausmeister am neuen Campus, obwohl es diese Berufsbezeichnung nicht mehr ganz trifft: „Ich bin für alle Gebäude verantwortlich, kümmere mich aber auch um die Medientechnik in den Lehrräumen.“ In jedem der vier Hörsäle und 20 Seminarräume hat er vor dem Semesterstart noch einmal alle technischen Geräte geprüft und gewartet. Jeden Tag war er mit einer Sackkarre voller Werkzeuge auf dem fast fünf Fußballfelder großen Gelände unterwegs, um letzte Mängel zu beseitigen oder den Uni-Beschäftigten in ihren 260 neuen Büros zur Seite zu stehen.

Sie sind alle mittlerweile angekommen: 350 Mitarbeiter aus 16 verschiedenen Disziplinen sitzen in den Institutsgebäuden, die meisten von ihnen in dem weißen Neubau, der sich an der Emil-Abderhalden-Straße entlang zieht. Zuvor saßen sie zum Teil kilometerweit voneinander entfernt und sahen ihre Kollegen aus den anderen Instituten nur selten. Jetzt laufen sich Archäologen und Kunsthistoriker, Politikwissenschaftler, Japanologen, Sprechwissenschaftler, Germanisten, Romanisten, Soziologen, Slawisten, Anglisten, Amerikanisten, Philosophen, Indogermanisten, Historiker, Altertumswissenschaftler, Mitarbeiter des orientalischen Instituts und Psychologen täglich über den Weg.

Blick in die drei restaurierten Hörsäle:

„Diese Nähe wird sich allmählich auch in den Strukturen sowie auf kommunikativer und organisatorischer Ebene widerspiegeln“, sagt Dr. Matthias Buck, der das Projekt im Auftrag der Philosophischen Fakultät II fünf Jahre lang eng begleitet hat. Auch wer hier studiert, wird seinen Kommilitonen künftig viel häufiger begegnen. Diejenigen, die bislang zwischen zwei Seminaren von der Innenstadt zum Hohen Weg hetzen mussten, können ihre Pause jetzt häufiger als Pause nutzen. Für viele Uni-Angehörige werden die täglichen Wege kürzer.

Wo Kühn einst mit lebenden Tieren lehrte

Am stärksten aber verändert sich wohl der Alltag der Bibliotheksmitarbeiter, die gemeinsam mit ihren 17 verschiedenen Fachbeständen in die neue, größte Zweigbibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (ULB) eingezogen sind. Sie arbeiten jetzt in einem Gebäude, das fast jeder, der es schon einmal betreten hat, als Glanzstück des Campus bezeichnet.

Blick in das Bibliotheks-Innere im Dezember 2014 (Foto: Markus Scholz)

Blick in das Bibliotheks-Innere im Dezember 2014 (Foto: Markus Scholz)

Beeindruckende Architektur, moderne Ausstattung, ausgeklügelte Technik, längere Öffnungszeiten und eine neue Katalog-Systematik bietet das neue Haus. Niemand muss sich jetzt noch seine Literatur mühsam aus den über die Stadt verstreuten Zweigbibliotheken zusammensuchen. Die Bücher sind zentral am Campus zu finden – und zwar sieben Tage die Woche, wochentags sogar bis Mitternacht.

15 Jahre sind vergangen, seitdem zum ersten Mal davon die Rede war, die geistes- und sozialwissenschaftlichen Einrichtungen der Uni Halle an einem Standort zu konzentrieren. Die Villen, in denen viele Institute ihren Sitz hatten, waren ursprünglich nicht für Lehr- und Forschungszwecke erbaut worden. Ein neues, attraktiveres Umfeld, das auch internationalen Vergleichen standhalten kann, sollte entstehen. Lange Zeit war dafür der zentrale Standort Spitze zwischen Hallmarkt und Händel-Halle im Gespräch. 2004 wurde dann auch eine Reihe anderer möglicher Standorte geprüft, darunter das Gelände am Steintor, an dem bis 2009 noch die Geo-, Agrar- und Ernährungswissenschaftler der Universität saßen.

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Tag der offenen Tür am 17. Oktober

Am Samstag, haben Anwohner, Studierende und alle Interessierten ab 10 Uhr die Gelegenheit den neuen Steintor-Campus kennenzulernen. Auf dem Programm stehen unter anderem Führungen durch die neuen Gebäude und die Bibliothek, vielfältige Angebote der einzelnen Fachbereiche und ein buntes Rahmenprogramm. Von 15 bis 23 Uhr bietet der Studierendenrat ein abwechslungsreiches Programm mit Poetry Slam, Schauspiel, Live-Musik und DJ.

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