Die Preisträgerinnen von links: Prof. Dr. Gabriele Stangl, Dr. Diana Döhler und Martha Wellner (Foto: Univations Gründerservice / Matthias Ritzmann)

Drei Forscherinnen mit Transferpreisen 2015 ausgezeichnet

Zwei Ernährungswissenschaftlerinnen und eine Chemikerin haben am 4. November die Transferpreise 2015 erhalten. Prof. Dr. Gabriele Stangl, Dr. Diana Döhler und die Master-Absolventin Martha Wellner wurden beim Transfertag transHAL für den Transfer von Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche Anwendung sowie für wegweisende anwendungsbezogene Abschlussarbeiten ausgezeichnet.

Zum dritten halleschen Transfertag transHAL trafen sich Wissenschaftler und Unternehmer der Region sowie Vertreter der öffentlichen Verwaltung am 4. November im Stadthaus in Halle. Ihnen soll transHAL als Plattform dienen, um sich auszutauschen und Forschungs- und Entwicklungskooperationen anzubahnen. Veranstaltet wurde die Konferenz von der Stadt Halle und der Martin-Luther-Universität in Partnerschaft mit der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau.

Mit den Transferpreisen werden anwendungsbezogene Abschlussarbeiten von Studierenden und Promovierten ausgezeichnet und herausragende Leistungen von Wissenschaftlern der Uni Halle für den Transfer von Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche Anwendung gewürdigt.

Herzgesunde Lebensmittel und selbstheilende Polymere

Den mit 1.000 Euro dotierten Transferpreis in der Kategorie „Erfolgreiches Transferhandeln“, gestiftet von der Stadt Halle, erhielt Prof. Dr. Gabriele Stangl für ihre vielfältigen Forschungsprojekte mit nationalen und internationalen Partnern. Die Professorin für Humanernährung am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU beschäftigt sich in ihrer Forschung unter anderem mit der Herstellung von Prototypen herzgesunder Lebensmittel sowie der Erforschung von nahrungsmittelbedingten Einflüssen auf das Herz-Kreislaufsystem.

„Ich habe nicht mit dieser Auszeichnung gerechnet und freue mich sehr. Den Preis habe jedoch nicht ich allein bekommen, sondern mein Team“, sagte Stangl in ihrer Dankesrede. Die Forscherin, die seit dem Jahr 2004 an der Universität Halle wirkt, leitet unter anderem ein Innovationsbüro auf dem Weinberg-Campus. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern und Industriepartnern erarbeitet sie neue Strategien, mit denen insbesondere junge Menschen für das Thema gesunde Ernährung sensibilisiert und durch neue Medien, beispielsweise Smartphone-Apps, besser erreicht werden können.

Rektor Prof. Dr. Udo Sträter überreicht den Preis an Dr. Diana Döhler (Foto: Univations Gründerservice / Matthias Ritzmann)

Rektor Prof. Dr. Udo Sträter überreicht den Preis an Dr. Diana Döhler (Foto: Univations Gründerservice / Matthias Ritzmann)

In der Kategorie „Anwendungsorientierte Abschlussarbeiten“ wurde Dr. Diana Döhler vom Institut für Chemie für ihre herausragende Dissertation zum Themengebiet der selbstheilenden Polymere geehrt, die unter anderem im Flugzeugbau Anwendung finden. Martha Wellner, Absolventin im Bereich Ernährungswissenschaften an der MLU, hat sich in ihrer Masterarbeit mit der Herstellung von neuen Süßwarenprodukten beschäftigt und entwickelte eine Krustenpraline mit elastischen Gel-Kern, also im Prinzip ein mit Zuckerkruste umhülltes Gummibärchen. Sie erhielt den Transferpreis in der Kategorie „Anwendungsorientierte Abschlussarbeiten“. Das Preisgeld für beide Arbeiten in Höhe von insgesamt 1.500 Euro wurden von der Stadtwerke Halle GmbH gestiftet.

Erfinderisch Probleme lösen

Die „Theorie des erfinderischen Problemlösens – TRIZ“ war zentrales Thema der diesjährigen transHAL. Impulse für neue Denkansätze im Innovationsmanagement setzten Nina Defounga von der Berliner Innovationsberatung, Tom Spike und Thomas Nagel, Innovationsmanager bei Bombardier Transportation. Sie gaben Einblicke in die TRIZ-Methode, mit der technisch-wissenschaftliche Probleme ohne Kompromisse lösbar sind. Statt der Suche nach Kompromissen liegt das Hauptaugenmerk bei TRIZ auf dem Identifizieren und Auflösen von Widersprüchen.

Bei transHAL treffen Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen mit Innovatoren aus der Wirtschaft zusammen – ein ideales Format, um gemeinsam innovative Arbeitsweisen zu entwickeln. „Die TRIZ-Methode ist ein hervorragender Ansatz, um diese Kooperationen zu beleben und Produkte oder Dienstleistungen mit direktem Anwendungsbezug zu erschaffen. Der Vorteil gegenüber anderen Ansätzen ist, dass Innovationen schnell und strukturiert entwickelt und dafür Ressourcen eingesetzt werden, die schon verfügbar sind. Für Unternehmen und auch für Wissenschaftler ein Wettbewerbsvorteil“, sagt Unternehmensberaterin Nina Defounga.

Am runden Tisch und in Workshops kamen Forscher und Unternehmer bei transHAL zusammen (Foto: Univations Gründerservice / Matthias Ritzmann)

Am runden Tisch und in Workshops kamen Forscher und Unternehmer bei transHAL zusammen (Foto: Univations Gründerservice / Matthias Ritzmann)

Anhand eines Praxisbeispiels aus dem Bereich der Bahntechnik veranschaulichte Thomas Nagel, wie Bombardier TRIZ für die Entwicklung neuer Technologien einsetzt. „Viele Großkonzerne wie Bombardier, Siemens oder Porsche setzen die Methode seit vielen Jahren im Innovationsmanagement ein, doch gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen, wie es sie in Sachsen-Anhalt gibt, bietet TRIZ neue Herangehensweisen“, meint Defounga.

Parallel zum Workshop wurden in einer moderierten Diskussion die Förderprogramme für Forschung und Entwicklung des Bundes sowie der Europäischen Union vorgestellt. Über erfolgreiche Beispiele der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft konnten sich die Besucher in Rundtischgesprächen informieren. In drei moderierten Gesprächsrunden traten Unternehmer mit Wissenschaftlern der MLU und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in den Dialog und tauschten sich über ihre Erfahrungen mit Kooperationsprojekten aus. Begleitend zum Programm nutzten Forschergruppen und Unternehmen die Möglichkeit, ihre Angebote, Kooperationsbedarfe und Themenfelder in einer Poster-Ausstellung vorzustellen. Annekatrin Lacroix

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