Auch ein "Tea Timer" ist beim ersten Science Hack Day in Halle entstanden. (Foto: Leef Hansen)

Gehackte Wissenschaft: Erster Science Hack Day in Halle

Was passiert, wenn Wissenschaftler, Entwickler und Designer ein Wochenende lang die Köpfe zusammenstecken? Verrückte, bizarre, aber auch ernstgemeinte Projekte sind beim ersten Science Hack Day in Halle entstanden. Die Chemiker, Physiker, Informatiker und Designer trafen sich am vergangenen Wochenende in der Mitmachwerkstatt Eigenbaukombinat unter dem Motto „Halle.Neu.Stadt 2050 – neue Wege in die Zukunft“.

Im Eigenbaukombinat ging es an diesem Wochenende zu, wie in Daniel Düsentriebs Garage. Es herrscht geordnetes Chaos. Konzentrierte Gesichter blicken auf Laptops. Abstrakte Konstruktionen stehen auf den Tischen. Im Werkraum wird gesägt und gehämmert. Spaß und Erfindergeist liegen in der Luft. Um ihren Hack fertig zu stellen, haben die sieben Projektgruppen genau 48 Stunden Zeit.

Papier aus Stroh?

Basteln am Projekt "Strohmoos" (Foto: Leef Hansen)

Basteln am Projekt „Strohmoos“ (Foto: Leef Hansen)

Aber was ist ein Hack eigentlich? Es handelt sich dabei um eine schnelle Lösung für ein komplexes Problem. „Bei einem Hack kommt es nicht darauf an, die eleganteste Lösung zu entwickeln, sondern die cleverste. Es geht darum, Wissen aus unterschiedlichen Bereichen in einem Projekt zu kombinieren“, sagt Anja Richter, Koordinatorin des Science Hack Days.

Designer, Entwickler und Wissenschaftler tüfteln an diesem Wochenende gemeinsam. Leni Binder und Christin Mannewitz studieren beide an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. In ihrem Team Strohmoos haben sie einen Hack für den Neuaufbau einer Papierfabrik in Halle entwickelt. „Hier könnte in Zukunft Papier aus Stroh und anderen natürlichen Fasern produziert werden“, sagt Christin Mannewitz, Studentin im Bereich Textildesign. „Es geht bei unserem Konzept darum, den Leerstand in Halle kreativ zu nutzen“, sagt Leni Binder, die Industriedesign studiert.

Norman Friedrich mit dem "Bio Carbon Current" (Foto: Leef Hansen)

Norman Friedrich mit dem „Bio Carbon Current“ (Foto: Leef Hansen)

Stromleitende Pflanzenkohle (Foto: Leef Hansen)

Stromleitende Pflanzenkohle (Foto: Leef Hansen)

 

 

 

 

 

 

Kann Pflanzenkohle Strom leiten?

Beim Hack vom Team Bio Carbon Current geht es um alternative Stromleiter. „Wir wollten einfach mal überprüfen, ob Pflanzenkohle auch Strom leiten kann und es hat funktioniert“, sagt Norman Friedrich. „Hierfür haben wir nur Gips und Pflanzenkohle verwendet“, fügt der Chemiker der MLU hinzu.

Das Konzept des Science Hack Days ist aufgegangen. „Wichtig ist uns, dass auch zukünftig zwischen den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen ein Austausch stattfindet. Einige der Projekte hier könnten in ähnlicher Weise in Halle-Neustadt in die Tat umgesetzt werden. Der Aufbau einer interdisziplinären Plattform ist ein wichtiges Signal für das Projekt Zukunftsstadt“, sagt Ilka Bickmann, Geschäftsführerin von science2public.

Weltweit gibt es den Science Hack Day in über 50 Städten. Der erste Science Hack Day in Halle wurde in Kooperation von science2public und dem MMZ im Rahmen der Initiative science2media durchgeführt. Zu den Unterstützern gehören die Medienanstalt Sachsen-Anhalt, der Mitteldeutsche Rundfunk, die Mitteldeutsche Medienförderung, die Stadt Halle sowie die Universität Halle. Leef Hansen

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