Die Germanistik-Studentin Susanne Manig mit den Büchern der beiden Autoren, die am 18. Januar im Stadthaus Halle lesen werden. (Foto: Maria-Luise Kunze)

Germanistik-Studenten laden zur Autoren-Lesung ein

Zwei Bücher, zwei Perspektiven auf die DDR: Am Montag, 18. Januar, lesen Nele Heyse und Gregor Sander im Stadthaus Halle aus ihren Romanen „Haltewunschtaste“ und „Was gewesen wäre“. In beiden Büchern werden die Protagonisten mit ihrer Vergangenheit in der DDR konfrontiert. Organisiert und moderiert wird die Doppel-Lesung von Studierenden des Germanistischen Instituts. Der Eintritt ist frei.

Wie sie Schülern DDR-Literatur vermitteln können, das lernen angehende Deutschlehrer im Seminar „DDR als literarisches Thema im Deutschunterricht“ unter der Leitung von Dr. Jürgen Krätzer. Von Anfang an ist eine Lesung als Bestandteil des Seminars geplant gewesen. „Aber die Idee mit der Doppel-Lesung kam uns erst bei der Bearbeitung der Texte“, erzählt die Germanistik-Studentin Susanne Manig. Sie und ihre Kommilitonen haben die Veranstaltung gemeinsam vorbereitet und werden durch den Abend führen.

Nele Heyses „Haltewunschtaste“ und Gregor Sanders „Was gewesen wäre“ bieten sich für eine gemeinsame Lesung an: Die Texte stellen eine Verbindung zwischen dem Heute und dem Damals her. So stehen die Protagonisten in beiden Büchern erfolgreich im Berufsleben und werden mit ihrer Vergangenheit in der DDR und mit früheren Beziehungen konfrontiert. Auch Flucht und die Staatsicherheit werden am Rande thematisiert. Nele Heyse wählt dabei die Perspektive eines Mannes, dem erfolgreichen Architekten, und Sander schreibt aus der Sicht der Herzchirurgin. Beide Romane spielen in der Zeit nach der Wiedervereinigung. Der Titel der Veranstaltung „Ja, früher, aber früher ist vorbei“ stammt aus Sanders Roman und soll verdeutlichen, dass die Vergangenheit einen immer wieder einholen kann.

„Da in beiden Texten historische, gesellschaftliche und vor allem persönliche Aspekten eine Rolle spielen, sind die beiden Romane auch für ein jüngeres Publikum interessant“, so Manig, die neben dem Studium bereits als Vertretungslehrerin für Geschichte und Italienisch arbeitet. Sie habe festgestellt, dass die Auseinandersetzung mit der DDR im Unterricht oft eine ziemlich stiefmütterliche Behandlung erfährt. „Es ist teilweise wirklich erschreckend, wie wenig die Schüler über die DDR wissen“, sagt Manig. Die Texte seien auch deshalb sehr gut für die Bearbeitung im Unterricht geeignet.

Im Vorfeld der Veranstaltung werden die Seminarteilnehmer gemeinsam mit Nele Heyse die Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Halle besuchen, um über Heyses eigene Stasi-Akte zu sprechen. Maria-Luise Kunze

„Ja, früher, aber früher ist vorbei“ – Lesung und Gespräch mit Nele Heyse und Gregor Sander
Moderation: Studierende des Germanistischen Instituts
Montag, 18. Januar 2016, 18 Uhr
Stadthaus, Marktplatz 2, 06108 Halle (Saale)
Eintritt frei

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