38 Colleges gehören zur Oxforder Universität. Im Bild: das All Souls College (Foto: Simon Q via Flickr / CC BY-NC 2.0)

Studentinnen der Biologie und Medizin forschen in Oxford

Drei Monate in den Laboren der berühmten University of Oxford forschen: Eine angehende Medizinerin und zwei Biochemikerinnen aus Halle haben 2015 den Schritt gewagt. Möglich wurden die Aufenthalte dank einer informellen Kooperation zwischen beiden Universitäten, initiiert in Form einer internationalen Vorlesungsreihe von Prof. Dr. Stephan Feller. Auch in diesem Jahr können sich Studierende wieder um die Stipendien für einen Studienaufenthalt in Oxford bewerben.

„Es war großartig, aber auch anstrengend“, resümiert Marion Bermúdez-Sasso nach ihrem dreimonatigen Aufenthalt in Oxford. Sie habe in Theorie und Praxis viel gelernt, insbesondere zu ihrem Schwerpunkt-Thema Next Generation Sequencing – modernen Verfahren zur DNA-Analyse.

Michaela Reißland (Foto: privat)

Michaela Reißland (Foto: privat)

Für die Biochemie-Studentin Michaela Reißland war es der erste Forschungsaufenthalt im Ausland. „Oxford ist sehr eindrucksvoll und eine wunderschöne Stadt“, sagt sie. Ihre Arbeitsstätte am Onkologie-Department hatte sie sich selbst gesucht und dort mit menschlichen Zellkulturen experimentiert. „Die Methoden kannte ich bereits, aber bisher habe ich nur mit pflanzlichen Zellkulturen gearbeitet“, sagt die Masterstudentin im zweiten Jahr.

Sandra Grund ist nach ihrem Masterabschluss am Institut für Physiologische Chemie gleich für sechs Monate nach England gegangen und forscht noch bis Frühjahr 2016 im Labor von Eric O’Neill, dessen Vortrag sie in Halle gehört hatte und der sich mit den molekularen Details der Signalverarbeitung in Krebszellen befasst. Trotz des Status als Elite-Uni: „Der Laboralltag ist in Oxford nicht viel anders als in Deutschland und die Kollegen sind ganz normal“, sagt sie.

Alle Aufenthalte sind durch Stipendien der Medizinischen Fakultät, des sachsen-anhaltischen Wissenschaftsministeriums, des EU-Austauschprogramms Erasmus oder der von Feller mitherausgegebenen Fachzeitschrift „Cell Communication & Signaling“ finanziell unterstützt worden. „Aus den Forschungsaufenthalten ergeben sich nicht nur Kontakte, sondern auch ein Informationsfluss. Für 2016 haben wir bereits zwei neue Stipendien von drei beziehungsweise sechs Monaten bewilligt und es gibt weitere Bewerber“, so Feller, der 2013 aus Oxford nach Halle gekommen war.

Auch die von ihm initiierte internationale Vorlesungsreihe zu Thema der Molekularen Medizin und Biologie wird fortgesetzt. Vor gut einem Jahr referierte der erste Wissenschaftler von der Universität Oxford im halleschen Stadthaus. Am 29. Februar wird die Reihe jetzt mit Valentine M. Macaulay, Associate Professorin am Onkologie-Department der Oxford University fortgesetzt. Die sechs englischsprachigen Vorträge finden im Historischen Vorlesungssaal im Christian-Wolff-Haus (Stadtmuseum) in der Großen Märkerstraße 10 statt. Cornelia Fuhrmann

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