Gute Kontakte nach Woronesch

Seit 50 Jahren besteht die Partnerschaft der Uni Halle mit der Staatlichen Universität im russischen Woronesch. Das war aber nicht der Grund für Dr. Hartmut Rüdiger Peter vom Institut für Geschichte mit gleich drei Professoren von Halle nach Woronesch zu reisen. Ihr Ziel: Die Lehre zu bereichern. Gefeiert wurde in Russland aber auch.

Seit zwei Jahren ist der Historiker Dr. Hartmut Rüdiger Peter Koordinator des Austauschs zwischen den beiden Universitäten in Halle und Woronesch im Südwesten Russlands. Gern hat er diese Aufgabe übernommen, sagt er. Schließlich spricht er sehr gut Russisch, kennt Land und Leute, forscht und lehrt neben anderen Themen auch zu den deutsch-russische Hochschulbeziehungen oder der russischen Hochschul- und Bildungspolitik. „Wenn ich eine Aufgabe übernehme, möchte ich aber auch, dass etwas passiert. Etwas nur verwalten, das möchte ich nicht.“ Es habe ihn auch sehr ermutigt, dass sich auf der anderen Seite Natalia Schurbina, die auch das Internationale Büros der Universität Woronesch leitet, so stark für die Beziehungen nach Halle einsetze.

Die deutsche Delegation: Hartmut Rüdiger Peter, Martin Klein, Patrick Wagner und Armin Höland. (Foto: Universität Woronesch)

Die deutsche Delegation: Hartmut Rüdiger Peter, Martin Klein, Patrick Wagner und Armin Höland. (Foto: Universität Woronesch)

Die guten Kontakte nach Woronesch hatte Peter schon, auch weil es unter dem Dach der Uni-Partnerschaft mehrere konkrete Fakultäts- und Institutsbeziehungen gibt. „Seit drei Jahren gibt es einen Fakultätsvertrag, an den neben dem intensiven Austausch der Germanisten und Sprechwissenschaftlern auch das Institut für Geschichte angeschlossen ist.“ So gibt es jährlich – in diesem Jahr wieder im August und September – eine deutsche Sommerschule für Studenten und Doktoranden. „Das ist die älteste deutsche Sommerschulen in Russland“, sagt Peter, der regelmäßig selbst als Dozent mitmacht und seinen russischen – übrigens in Halle promovierten – Kollegen Dr. Sergej Allenov vor Ort unterstützt.

Hartmut Rüdiger Peter spricht in Woronesch über die Russlandbilder der Deutschen. (Foto: Universität Woronesch)

Hartmut Rüdiger Peter spricht in Woronesch über die Russlandbilder der Deutschen. (Foto: Universität Woronesch)

Nun war Peter vom 16. bis 20. Februar auch erstmals offiziell als hallescher Koordinator der Partnerschaft in Woronesch zu Gast – gemeinsam mit Historiker Prof. Dr. Patrick Wagner, Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Martin Klein und Jurist Prof. Dr. Armin Höland. „Wir haben dort Vorlesungen gehalten. Denn Internationalisierung ist ein großes Thema in Russland, vor allem auch in der Lehre.“ Und so kamen über 100 Studierende, um Peters Vorlesung über deutsche Russlandbilder vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu hören. Ein Thema, das zu reger Diskussion einlud.

„Es gab auch Nachfragen zu Werten in beiden Ländern. Auch in den Vorlesungen der Kollegen kam es immer zu lebhaften Gesprächen“, berichtet Peter. Immerhin standen neben den Themen der Historiker auch aktuelle Fragen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und der institutionellen Wissenschaftsförderung in Deutschland auf der Agenda. Ebenso wurde das Verhältnis zwischen Europäischem Unionsrecht und dem Recht der einzelnen Mitgliedstaaten am Beispiel des Prozessrechts besprochen.

Die Historiker Patrick Wagner und Sergej Allenov im Gespräch. (Foto: Hartmut Rüdiger Peter)

Die Historiker Patrick Wagner und Sergej Allenov im Gespräch. (Foto: Hartmut Rüdiger Peter)

Und die Uni-Partnerschaft? Sie besteht seit 1966 und funktioniert seitdem sehr gut. „Auch wenn die Zahl der Austauschstudenten bis 1991 deutlich höher war“, sagt Peter. Für die Gastgeber ein Grund die Partnerschaft mit den deutschen Gästen zu feiern. Als er vor einem Jahr die Reise der Hochschullehrer vorbereitete, hatte Peter das Jubiläum noch nicht im Blick. „Umso schöner war es, dass wir eine Grußadresse des Rektors im Rahmen der Festveranstaltung überbringen konnten.“

Das Schreiben von Prof. Dr. Udo Sträter an seinen Amtskollegen Prof. Dr. Dimitri A. Jendowitzki hebt denn auch besonders hervor, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, einen Austausch für ein halbes Jahrhundert immer wieder aufs Neue mit Leben zu füllen und dass es ganz besonders auf das Engagement der Hochschullehrer auf beiden Seiten ankomme. Ein Fakt, den der Historiker Peter nur bestätigen kann. Und die Partnerschaft soll weiter erfolgreich bestehen. „Mit welchen konkreten Maßnahmen genau, das werden wir nach einem Auswertungsgespräch in den nächsten Tagen festlegen.“ Manuela Bank-Zillmann

Seite der Staatlichen Universität Woronesch: www.vsu.ru/german/about/history.html

Informationen zur Sommerschule in Woronesch: https://de-de.facebook.com/ISVoronezh

Kommentar schreiben

Ihr Kommentar wird schnellstmöglich durch unser Team freigeschaltet.

Kommentar