Landschaftsplanung am Computer

Soll in der Nähe eines Ortes ein neuer Windpark gebaut werden, bereitet das den Anwohnern Sorgen. „Häufig können sich die Menschen nicht richtig vorstellen, wie ihr Ort nach der Baumaßnahme aussieht“, sagt Christine Fürst, die seit Oktober die Professur für Nachhaltige Landschaftsentwicklung innehat. Sie erforscht, wie sich diese Planungsprozesse transparenter gestalten lassen.

Christine Fuerst

Prof. Dr. Christine Fürst (Foto: Maike Glöckner)

Dafür hat die Wissenschaftlerin eine Software entwickelt, in der die Benutzer virtuell durch ihre Regionen fliegen und bewerten können, welche Folgen bestimmte Szenarien hätten. Fürst engagiert sich darüber hinaus im Weltbiodiversitätsrat (IPBES). Dort arbeitet sie zu den Themen Biodiversität und Ökosystemleistungen. Auch diese Bereiche gehören zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung – schließlich erfüllen naturnahe Ökosysteme zahlreiche Aufgaben besser als naturferne.

In Halle plant Fürst unter anderem, das Lehrangebot durch englischsprachige Veranstaltungen verstärkt für internationale Studierende zu öffnen. „Außerdem möchte ich in der Lehre weitere regionale Schwerpunkte insbesondere zu Afrika und Südamerika anbieten.“

Die gebürtige Nürnbergerin hat Forstwirtschaften an der Ludwigs-Maximilian-Universität München studiert und wurde 2010 an der Technischen Universität Dresden promoviert. In Bonn habilitierte sie sich im Bereich des Managements natürlicher Ressourcen und wechselte danach ans Karlsruher Institut für Technologie. Die 42-Jährige war zuletzt bereits als Vertretungsprofessorin in Halle tätig.

„Halle ist eine Stadt voller Kontraste – das macht sie spannend und reizvoll“, so Fürst. Was ihr nicht gefällt, ist der Umgang der Hallenser mit ihren Grünflächen. „Vermüllung und Zerstörung müssten nicht sein.“ Deshalb möchte sie gemeinsam mit der Stadt Konzepte entwickeln, um das in Zukunft zu verändern. Tom Leonhardt

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