Enzyme im Fokus

Enzyme steuern und beschleunigen wichtige Prozesse in Zellen: Sie dienen zum Beispiel als Katalysator für Stoffwechsel-Reaktionen bei der Verdauung, können aber auch dabei helfen, langlebige Kunststoffe schneller zu zersetzen. Welche noch unbekannten Eigenschaften Enzyme haben könnten, steht im Zentrum der Arbeit von Dr. Martin Weissenborn. Seit 1. November ist er gemeinsamer Juniorprofessor für Bioorganische Chemie an der Uni Halle und dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB).

Martin Weissenborn

Jun.-Prof. Dr. Martin Weissenborn (Foto: Michael Deutsch)

Um diese neuen Eigenschaften zu finden, will der Chemiker bereits bekannte Enzyme mit Substanzen in Verbindung bringen, die in der Natur nicht oder nur selten vorkommen. Weil Enzyme normalerweise nur in Zellen zu finden sind, ist noch wenig darüber bekannt, wie sie mit zellfremden Stoffen reagieren. „Wir wollen chemisches Verständnis mit biologischer Vielfalt kombinieren. Die Hoffnung ist, so neue, bisher unbekannte und industriell relevante Reaktionen zu katalysieren“, so Weissenborn. In Halle leitet er zudem eine von fünf Nachwuchsgruppen des Leibniz Research Clusters, einem Verbundprojekt von fünf Instituten der Leibniz-Gemeinschaft, das mit rund 5,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Der 32-Jährige hat in Kiel und im schwedischen Lund Chemie studiert. An der University of Manchester wurde er 2012 mit einer Arbeit über bioorganische Chemie promoviert. Zuletzt war er als Postdoc am Institut für Technische Biochemie der Universität Stuttgart tätig.

Halle ist dem Wissenschaftler nicht fremd: Sein Ur-Großvater und seine Schwester haben in der Saalestadt studiert. „Außerdem sind das IPB und die Universität für ihre Forschung im Bereich der organischen und bioorganischen Chemie weltweit bekannt“, so Weissenborn weiter. Tom Leonhardt

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