Christen, Juden und das Alte Testament

Was haben wir mit den Menschen des Alten Orients, von denen in der Bibel die Rede ist, gemein? – Einiges, findet Jun.-Prof. Dr. Frank Ueberschaer: „Ihre Fragen und Antworten sind den unseren gar nicht so fern“, sagt der Theologe. Zum 1. Oktober wurde er als Juniorprofessor für Exegese und Theologie des Alten Testaments an die Universität Halle berufen. Die Textgeschichte des Alten Testaments, die Geschichte des Alten Israels sowie die biblische und frühjüdische Weisheitstheologie gehören zu seinen Spezialgebieten.

 Frank Ueberschaer (Foto: Maike Glöckner)

Frank Ueberschaer (Foto: Maike Glöckner)

Bereits im Mai 2016 ist der 44-Jährige von der Theologischen Fakultät der Universität Zürich zunächst als Vertretungsprofessor nach Halle gewechselt. Hier möchte Ueberschaer am Institut für Bibelwissenschaften und Kirchengeschichte einen neuen Forschungszweig zur Geschichte Israels und deren Reflexion in den Schriften des Alten Testaments aufbauen und dazu unter anderem mit dem Centrum für Nahoststudien (CENO) der Universität zusammenarbeiten.

Das Verhältnis zwischen Christen und Juden interessierte ihn bereits als Student: Der gebürtige Kölner hat Evangelische Theologie und Jüdische Studien in Wuppertal, Heidelberg, Jerusalem und Bochum studiert und begann dann als Assistent am Lehrstuhl für Altes Testament und biblische Archäologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, wo er 2007 mit einer Arbeit über das Buch Ben Sira im Alten Testement promoviert wurde. Ueberschaer war anschließend als Pfarrer in Deutschland und der Schweiz tätig, bevor er 2010 als Oberassistent an die Universität Zürich wechselte. In Zürich habilitierte er sich 2014 mit einer text- und literaturgeschichtlichen Untersuchung zum ersten Buch der Könige.

Privat interessiert sich Ueberschaer insbesondere für klassische Musik, geht gerne wandern und segeln. Sein Eindruck von Halle: „Eine hübsche kleine Universitätsstadt mit einer äußerst schönen Theologischen Fakultät.“ Corinna Bertz

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