Die Fotoglasplatten von Julius Kühn sind jetzt online einsehbar. (Foto: Hein Godehart Petschulat)
Die Fotoglasplatten von Julius Kühn sind jetzt online einsehbar. (Foto: Hein Godehart Petschulat)

Tierzucht interaktiv: Ein Film zum Anschauen und Anklicken

Ganz unbekannt ist der Film des holländischen Künstlers Pim Zwier über die Fotoplatten von Julius Kühn nicht. Dennoch war der gestrige Abend in der Landeskunststiftung eine Premiere, denn der Film wurde jetzt künstlerisch und didaktisch erweitert. Am Touchscreen oder im Internet kann man über den Hauptfilm und 14 Nebenfilme die vielen tausend Fotos aus dem Landwirtschaftlichen Institut der Uni erschließen.

„Alles was irgendwie nützt – die Fotosammlung von Julius Kühn“ – der Film, ein Kooperationsprojekt des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Universität und des Künstlers Pim Zwier, illustriert einmal mehr die besondere Rolle der Universität Halle auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen Sammlungen. Das hob auch Kanzler Markus Leber hervor, der ein Grußwort an die rund 50 Gäste richtete. So zählt die Fotoglasplattensammlung Julius Kühns, der als erster Professor für Landwirtschaft in Deutschland 1864 den Haustiergarten in Halle gründete, zum nationalen Kulturgut und ist besonders geschützt.

„Für mich war die Arbeit in den Sammlungen wie auf einem großen Spielplatz“, sagte der niederländische Medienkünstler Zwier an diesem Abend über seinen Film, der die alten Fotoglasplatten zu neuem Leben erweckt und damit eine künstlerische wie wissenschaftliche Zeitreise möglich macht. Und: „Ich bin sehr dankbar für diese einmalige Gelegenheit.“ Die vielen Bilder heranwachsender Tiere, die einst im Haustiergarten gehalten wurden, verband er mit schnellen Schnitten und einer immer wiederkehrenden Glockenspielmelodie.

Allerdings: Mithilfe einer Förderung der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und des Vereins zur Förderung des Naturkundlichen Universitätsmuseums konnte der knapp achtminütige Film Zwiers sogar noch multimedial ausgebaut werden. Bisher fehlten den Zuschauern nämlich weiterführende Informationen zu den gezeigten Aufnahmen. Nun ist ein interaktiver Film mit zahlreichen Zusatzinformationen entstanden. Mit den Fördermitteln wurde nicht nur eine eigene Website rund um das Projekt ins Leben gerufen. An ausgewählten Stellen haben die Zuschauer außerdem die Möglichkeit, den Film anzuhalten und per Klick in Form von weiteren Filmen oder Texten zusätzliche Informationen zu erhalten.

Der Film ist für Besucher künftig immer donnerstags von 14 bis 17 Uhr während der Öffnungszeiten der Zoologischen Sammlung am Domplatz 4 in Halle  zu sehen. Außerdem ist der Film ebenso wie die weit über 6.000 historischen Aufnahmen der Fotoglasplatten-Sammlung aus dem ehemaligen Haustiergarten der MLU ab sofort auch online abrufbar:  http://fotoglasplatten.zns.uni-halle.de/ Jan-Luca Müller

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