Stefan Förster (Mitte) hat den "Gerhard Ertl Young Investigator Award" gewonnen. Er forscht mit Wolf Widdra (rechts) und Klaus Meinel zu Quasikristallen. (Foto: Maike Glöckner)

Physiker erhält Nachwuchspreis der DPG

Für seine Forschungsarbeit zu oxidischen Quasikristallen hat der hallesche Physiker Dr. Stefan Förster den „Gerhard Ertl Young Investigator Award“ bei der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) – der weltweit größten Physikfachgesellschaft – erhalten. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird jährlich an herausragende Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Oberflächenphysik vergeben.

Dem Preis ging ein zweistufiger internationaler Wettbewerb voraus: Förster musste sich zunächst mit einem kurzen Schreiben für die Hauptrunde qualifizieren und dann eine Zusammenschau seiner Forschungsarbeit der letzten Jahre in einem Vortrag auf der DPG-Tagung vorstellen – und den kritischen Nachfragen der Jury standhalten.

Förster präsentierte auf der DPG-Tagung, die vergangene Woche in Dresden stattfand, seine Forschungsarbeit zu einer neuen Klasse der Quasikristalle. Diese hatte er 2013 im Rahmen seiner Promotion beim halleschen Physiker Prof. Dr. Wolf Widdra entdeckt. Eine wissenschaftliche Sensation: Erstmals war es gelungen, aus Oxiden einen solchen Quasikristall aufzubauen. Wie normale Kristalle haben sie auf atomarer Ebene auch ein geordnetes Gitter – aber im Fall der Quasikristalle wiederholt sich dieses Muster an keiner Stelle noch einmal. Bis dahin war nicht bekannt, dass auch Oxide diese Strukturen ausbilden können. Auch deshalb konnten die Forscher aus Halle ihre Ergebnisse damals in der international renommierten Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichen. „Seitdem bildet diese Materialklasse den Schwerpunkt meiner Arbeit“, sagt Stefan Förster. So hat er in den vergangenen Jahren weiter an dieser neuen Klasse geforscht und etwa in Kooperation mit der Uni Bremen und der Uni Zürich das Wachstum der Quasikristalle in Echtzeit untersucht.

Am Ende konnte der hallesche Physiker die siebenköpfige Jury, die aus international angesehen Forscherinnen und Forschern bestand, überzeugen und sich gegen die starke Konkurrenz aus der Türkei, Israel, Dänemark und der Schweiz durchsetzen.

Der Gerhard Ertl Young Investigator Award wird jährlich auf der Frühjahrstagung der DPG vergeben. Die Veranstaltung ist mit rund 6.000 Teilnehmern die größte und wichtigste Physikertagung Europas. Der Preis ist nach dem deutschen Physiker Prof. Dr. Gerhard Ertl benannt, der 2007 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Tom Leonhardt

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