Am 24. September wird der Deutsche Bundestag neu gewählt. Die Wahl ist Thema einer Ringvorlesung des Instituts für Politikwissenschaft. (Foto: Fotolia / © pure-life-pictures)

Neue Ringvorlesung: Die Quintessenz zur Bundestagswahl

Was bewegt die Wähler vor der Wahl? Welche Rolle spielen die Kandidaten und wieviel Beteiligung braucht Demokratie? Die Bundestagswahl im September ist Thema einer Ringvorlesung des Instituts für Politikwissenschaft, die am Mittwoch, 10. Mai, beginnt. Über deren Inhalte und Referenten spricht Dr. Michael Kolkmann im Interview. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrbereich Regierungslehre und Policyforschung von Prof. Dr. Suzanne S. Schüttemeyer, die gemeinsam mit Prof. Dr. Petra Dobner die Reihe initiiert hat.

Dr. Michael Kolkmann (Foto: privat)

Durch welche Themen wird die Bundestagswahl 2017 denn bestimmt?
Michael Kolkmann: Da gibt es eine ganze Menge. Als Stichworte könnten „Merkels Amtsbonus“ und „Schulzzug“ dienen. Die Ringvorlesung widmet sich Fragen wie: Welche Rolle spielen die Kandidaten im Wahlkampf? Welche Rolle spielen aktuelle Themen? Wie stark sind die politischen Parteien heute noch in der Gesellschaft verankert? Was bedeutet politische Konkurrenz wie die AfD? Und welches Schicksal erleiden die kleinen Parteien?

Wie wird in der Ringvorlesung über die Wahl diskutiert?
Wir versuchen das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten – sowohl mit Politikwissenschaftlern aus unserem Institut, als auch mit externen Gästen. Wir wollen die aktuellen Themen und Entwicklungen im Bundestagswahlkampf – der ja erst im August so richtig losgeht – mit politikwissenschaftlichen Fragestellungen verbinden. Dabei wird es natürlich im Kern um die Parteien und um das Verhältnis von Medien und Politik gehen. Wir schauen aber auch über den Wahltag hinaus. Der frühere Bundestagsdirektor Prof. Dr. Wolfgang Zeh wird zum Beispiel über die Umgangsformen im Parlament sprechen. Und Prof. Dr. Suzanne S. Schüttemeyer wird der Frage nachgehen, ob an der sogenannten „Entparlamentarisierung“ etwas dran ist.

Welche Rolle spielt dabei die aktuelle Forschung?
Aktuelle Forschungsbezüge gibt es insbesondere durch das Institut für Parlamentarismusforschung, das im letzten Jahr von Prof. Dr. Suzanne S. Schüttemeyer in Halle gegründet wurde. Die Forscher beobachten dort zurzeit deutschlandweit die Kandidatenaufstellung aller Parteien für die bevorstehende Bundestagswahl. Die ersten Ergebnisse dieser Beobachtung in Sachsen-Anhalt wird Dr. Benjamin Höhne in seinem Vortrag am 17. Mai präsentieren. Auch wir Referenten vom Institut für Politikwissenschaft werden in unseren Vorträgen die Quintessenz unserer Forschung und Lehre zum Thema vorstellen.

Die Wahlprogramme der Parteien sind für viele Wähler vermutlich von besonderem Interesse. Werden diese Programme auch thematisiert?
Prof. Dr. Oskar Niedermayer von der Freien Universität Berlin spricht in seinem Vortrag am 10. Mai über die politische Positionierung der Parteien vor der aktuellen Wahl sowie über die Zukunftsperspektiven des bundesdeutschen Parteiensystems.

Auf welchen Vortrag freuen Sie selbst sich besonders?
Ich bin auf Markus Decker vom RedaktionsNetzwerk Deutschland sehr gespannt. Er ist viel in sozialen Netzwerken unterwegs und wird aus der Sicht eines Journalisten kritisch – und nicht zwangsläufig wissenschaftlich – auf die Parteien in digitalen Zeiten blicken. Auch auf Prof. Dr. Wolfgang Zeh und seine Erfahrungen als Verwaltungschef des Deutschen Bundestags freue ich mich besonders. Er war jahrzehntelang Direktor beim Bundestag und kann sehr anschaulich aus der Praxis berichten, wie sich das Verhalten und die Vorgänge im Parlament mit der Zeit verändert haben. Interview: Corinna Bertz

Die Vorträge finden jeweils mittwochs um 18 Uhr in Hörsaal XV des Melanchthonianums statt.

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