Das Gebäude der ehemaligen Physikalischen Chemie dient dem Designpreis Halle in diesem Jahr als Ausstellungsort. (Foto: Laura Krauel)
Das Gebäude der ehemaligen Physikalischen Chemie dient dem Designpreis Halle in diesem Jahr als Ausstellungsort. (Foto: Laura Krauel)

Modernes Design in alten Gemäuern

Der Designpreis Halle ist an der Uni gut sichtbar: Auf dem Steintor-Campus und dem Uniplatz machen rote Bänke und Häuserecken neugierig auf den Preis. Und auch die Ausstellungsräume haben sich die Veranstalter in diesem Jahr Uni-nah gesucht: Im leerstehenden Gebäude der ehemaligen Physikalischen Chemie an der Mühlpforte 1. Damit würdigen sie einen besonderen und historischen Ort. Die Ausstellung ist dort ab heute zu sehen. Das Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen beteiligt sich mit einem Begleitprogramm.

„Zeit in der Epoche der digitalen Umwertung“ ist das Thema des Designpreises 2017. Die Spuren der Zeit sind auch am Ausstellungsgebäude, die ehemalige Physikalische Chemie der Uni in der Mühlpforte 1, deutlich zu sehen. Seit mehr als sieben Jahren steht das historische Gebäude leer. In den Laboren, Hörsälen und Vorbereitungsräumen liegt der Staub auf den Fußböden und Fensterbänken, Glasschränke sind zum Teil zerbrochen. Auch hat das Hochwasser von 2013 seine Spuren hinterlassen. Doch Faszination strahlt der Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert noch immer aus. „Es ist ein Raum mit viel Geschichte“, sagt Dr. Frank Steinheimer, Leiter des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Uni Halle. Schließlich hat hier auch der Chemiker Daniel Vorländer (1867-1941) gelehrt und gearbeitet – ohne dessen Beobachtungen zu Flüssigkristallen würde es heute wohl keine modernen Displays geben. Grund genug für die Veranstalter des internationalen Designpreises, diesen Ort mit der Präsentation der nominierten Beiträge wieder ins Rampenlicht zu rücken.

Einzelne Einblicke in die Design-Ausstellung:

Das Labor in der ersten Etage wurde kurzer Hand zum „White Cube“ umgestaltet. In einem weiteren Labor wurde am Eröffnungsabend fröhlich getanzt. Extra für diesen Abend hat Frank Steinheimer auch die Türen des angrenzenden Gebäudes am Domplatz 4, das die Zoologische Sammlung beherbergt, geöffnet. Tierpräparate aus den Sammlungen wurden zudem mit Scheinwerfern in Szene gesetzt. Eine Projektion im historischen Hörsaal lockte in die obere Etage, vorbei an weiteren Schaukästen.

Eine rote Hausecke lädt zur Besichtigung ein. (Foto: Laura Krauel)

Eine rote Hausecke lädt zur Besichtigung ein. (Foto: Laura Krauel)

Neben der Ausstellung, die ab heute bis Sonntag, 11. Juni, zu sehen sein wird, finden abwechslungsreiche Veranstaltungen, Führungen und Gespräche rund um die Themen Zeit, Naturwissenschaften und Design statt. In einer Sonderführung durch die Zoologische Sammlung spricht Frank Steinheimer zum Thema Zeit in der Biologie. Ein besonderes Highlight: Prof. Dr. Alfred Blume und Prof. Dr. Wolfgang Weißflog berichten bei Rundgängen von der Zeit, als sie im Gebäude der Physikalischen Chemie lehrten und forschten. Sarah Huke

Mehr zum Designpreis: http://designpreis-halle.de/

Rahmenprogramm der Uni Halle

Führungen durch die Naturwissenschaftlichen Sammlungen
Domplatz 4, 06108 Halle (Saale)
Donnerstag, 25. Mai 2017, 10 Uhr
Donnerstag, 1. und 8. Juni 2017, 14 und 16 Uhr

Sonderführung durch die Naturwissenschaftlichen Sammlungen zum Thema Zeit
Domplatz 4, 06108 Halle (Saale)
Freitag, 2. und 9. Juni 2017, 16 Uhr

Zeitzeugenführung durch die Physikalische Chemie
Mühlpforte 1, 06108 Halle (Saale)
Mittwoch, 31. Mai 2017, 17 Uhr mit Prof. Dr. Alfred Blume
Mittwoch, 7. Juni 2017, 17 Uhr mit Prof. Dr. Wolfgang Weißflog

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