Drums Alive (Foto: Maria Preußmann)

Trommeln ohne Trommel, aber mit viel Rhythmus

Trommeln wollte ich schon immer mal. Oder Schlagzeug spielen. Aber beides wollte ich meinen Nachbarn nicht antun. Als ich davon hörte, dass es am Unisportzentrum der MLU einen Kurs gibt, bei dem man mit Drumsticks auf Pezzibälle trommelt und sich dabei sogar sportlich betätigt, beschloss ich, mal eine Stunde mitzumachen. Drums Alive nennt sich die neue Trend-Sportart, eine Mischung aus Fitness und Musik.

Als ich am Dienstagabend die Weinberg-Sporthalle betrete, rollen die Teilnehmerinnen des Kurses schon die grünen Gummibälle in die Turnhalle, die sie auf Styroporflächen fixieren. Ich packe mit an, dann schnappe ich mir ein Paar Drumsticks. Weil die letzte Stunde des Semesters auf dem Programm steht, sind nur vier Studentinnen gekommen. Zu fünft stehen wir der Kursleiterin Jennifer Szczesny gegenüber.

Sie und Diplom-Sportlehrerin Nadine Wilk bieten Drums Alive in diesem Sommersemester zum ersten Mal am USZ an. Die Trend-Sportart kommt aus den USA und wurde 2003 in Deutschland bekannt. Sie verbindet Elemente aus Aerobic, Tanz sowie Schlagzeug und verspricht alles von Fettverbrennung bis Herz-Kreislauf-Training inklusive Spaßfaktor. So viele Vorzüge auf einmal? Ich bin noch skeptisch.

Doch als die Musik anspringt, will ich sofort loslegen. Jennifer trommelt im Takt auf den Ball, ich mache es ihr nach. Dabei laufen wir auf der Stelle, wippen mit. In den Takt komme ich schnell, ersteche dafür aber fast den Ball mit meinen Sticks. Jennifer macht einen Step zur Seite, zurück, Step zur anderen Seite, jetzt noch die Sticks über dem Kopf zusammenschlagen. Ich muss mich stark konzentrieren, um mitzuhalten und merke, dass hier nicht nur Rhythmusgefühl gefragt ist, sondern auch Koordination. Ich fühle mich ein bisschen wie bei einem dieser 80er-Jahre Aerobic-Kurse. Teilnehmerin Josefin Perz konnte sich anfangs nicht viel unter Drums Alive vorstellen: „Als ich davon hörte, dachte ich zuerst an eine Aerobicgruppe für Ältere. Ich hätte nicht erwartet, dass es solchen Spaß macht und dass man so ins Schwitzen kommt.“

Drums Alive (Foto: Maria Preußmann)

„Die Kurse, wie ich sie anlege, trainieren das Herz-Kreislauf-System und die koordinativen Fähigkeiten wie Rhythmisierungs- und Bewegungskopplungsfähigkeit“, sagt Nadine Wilk. Damit es für niemanden langweilig wird, erarbeiten sie und Jennifer wöchentlich eine neue Choreographie, die am Schluss der Stunde als ‚Finale‘ mehrfach wiederholt wird. „Meistens mache ich am Ende noch einige Kraftübungen, aber manchmal sind wir auch so drin, dass wir die Choreographie noch mal wiederholen.“

Während die Mädchen in meinem Kurs einen Tanz durchgehen, warte ich ungeduldig auf der Bank. Ich will weiter trommeln und mich bewegen. Das Konzept von Drums Alive hat mich überzeugt und ich überlege schon, ob ich mich im Wintersemester für einen Kurs anmelde. Weil Nadine ab September in den Mutterschutz geht, wird sie erst im nächsten Jahr wieder Kurse geben. Jennifer wird aber mindestens eine Stunde pro Woche anbieten.

Mein Fazit: So gut habe ich mich nach dem Sporttreiben noch nie gefühlt. Drums Alive ist kein langweiliger Aerobic-Kurs, sondern macht so viel Spaß, dass selbst Sportmuffel nicht aufhören können sich zu bewegen.

Text: Maria Preußmann

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