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Genossenschaftsforschung: IWE GK erinnert an Ernst Grünfeld

Mit seinen Forschungen zum Genossenschaftswesen hat Ernst Grünfeld in den 1920er und 1930er Jahren Bahnbrechendes geleistet. Wie viele andere Hochschullehrer wurde er 1933 aufgrund seiner jüdischen Abstammung jedoch aus dem Dienst der Universität Halle entlassen. Die Interdisziplinäre Wissenschaftliche Einrichtung Genossenschafts- und Kooperationsforschung (IWE GK) der Uni Halle hat nun an den Ökonom und Soziologen erinnert und eines seiner wichtigsten Werke neuaufgelegt.

Arbeiteten AP und das NS-Regime zusammen?

Für etwa zwei Tage war Harriet Scharnberg wohl eine der gefragtesten deutschen Historikerinnen weltweit: Der Guardian, die New York Times, die Süddeutsche, die Zeit, die FAZ – sie alle berichteten über die Entdeckung der Forscherin, die am Institut für Geschichte in Halle promoviert. Scharnberg hatte herausgefunden, dass die US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) bis 1941 die Nationalsozialisten mit Fotos für Hetz-Broschüren belieferte.

Nationalisierung der Wissenschaft – Wie konnte das geschehen?

Tausende Bücher wurden am 12. Mai 1933 auf dem Universitätsplatz durch Nationalsozialisten unter maßgeblicher Beteiligung von Studenten und Dozenten verbrannt. Aus diesem Anlass hält der Historiker Prof. Dr. Patrick Wagner am Dienstag, 12. Mai, um 18 Uhr im Hörsaal XX des Melanchthonianums am Universitätsplatz einen Gedenkvortrag. Über die damalige Entwicklung der deutschen Wissenschaft und seine aktuelle Forschung dazu spricht Wagner im Interview.

Eine emotionale Reise zu den Vorfahren

Die Angehörigen von acht im Dritten Reich von der Universität vertriebenen Hochschullehrern sind Ende November 2013 zu einem Gedenkakt nach Halle gereist. Die Begegnung mit den Wirkungsstätten ihrer Vorfahren war für viele von ihnen nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine sehr intensive Erfahrung.

Unvergessenes Unrecht

Guido Kisch und Heiner Lück verbindet mehr als die Tatsache, dass Lück seit knapp 20 Jahren Kischs einstigen Lehrstuhl an der Universität Halle innehat. Seit seinem Studium beschäftigt sich Lück mit der Biografie des jüdischen Rechtswissenschaftlers, der bis zu dessen Berufsverbot 1933 elf Jahre lang als Professor in Halle tätig war. Heute ist Kischs Familie Heiner Lück freundschaftlich verbunden.

„Die Vertreibung war eine flächendeckende Maßnahme“

Die Gedenkrede für die zwischen 1933 und 1945 entlassenen Hochschullehrer an der Martin-Luther-Universität am 27. November 2013 hält Prof. Dr. Rüdiger vom Bruch. Der inzwischen emeritierte Wissenschaftshistoriker von der Berliner Humboldt-Universität gilt als ausgewiesener Experte für die Erforschung der Geschichte wissenschaftlicher Einrichtungen. Im Interview gibt er einen Überblick über den Stand der Aufarbeitung an deutschen Hochschulen und ordnet das hallesche Projekt ein.

„Die NS-Vergangenheit vieler Beamter hat in den fünfziger Jahren beim BKA eindeutige Spuren hinterlassen.“ – Historiker Prof. Dr. Patrick Wagner (Foto: Andreas Stedtler)

Detektivarbeit im Bundeskriminalamt

Welche Rolle spielten ehemalige Nazis bei der Gründung des Bundeskriminalamts im Jahr 1951? Lange Zeit ließ man diese Frage ruhen. Vor fünf Jahren begannein wissenschaftliche Aufarbeitung. Historiker Prof. Dr. Patrick Wagner von der MLU und sein Team suchten in Archiven und Kellern der Wiesbadener Behörde nach Quellen. Über die Ergebnisse berichtet er im Interview.