(Bild: Falko Matte / Fotolia)

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Auf Grenzgebieten unterwegs

Die Themen des Zentrums Medizin-Ethik-Recht (IWZ MER) der MLU sind hochaktuell und oft brisant: Über „Rituelle Beschneidung in Judentum und Islam aus juristischer, medizinischer und religionswissenschaftlicher Sicht“ wird ab 14. Oktober auf einer Tagung des IWZ MER diskutiert. Warum medizinsche Fragen auch die Expertise von Ethikern und Juristen erfordern, erläutert MER-Referentin Dr. Kerstin Junghans:

Warum sollten Mediziner Fachfragen mit Ethikern und Juristen diskutieren?

Dr. Kerstin Junghans: Die Grundfragen medizinischer Behandlungen können nicht länger aus einer Disziplin heraus zu treffenden Lösungsansätzen geführt werden – nicht zuletzt wegen der zunehmenden Komplexität der Kernentscheidungen des menschlichen Lebens. Weder die behandelnden Mediziner noch die beratenden Juristen allein können Maßstäbe entwickeln, die zu zuverlässigen Konfliktlösungen führen. Interdisziplinäres Arbeiten ist deshalb unverzichtbar geworden. Die inzwischen zahlreichen Kontakte zu hochrangigen Forschungszentren und Politikern und die stetigen Kooperationen mit verschiedenen Universitäten ermöglichen es auch, den Standard der Bearbeitung gerade aktueller Problemlagen zu gewährleisten.

Wie wird am Zentrum fächerübergreifend geforscht?

In der Vergangenheit sind ethische Fragen biomedizinischer Forschung relativ isoliert in den Fachbereichen Ethik, Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft bearbeitet worden. Unser Zentrum bildet nun die Plattform, von der aus in anwendungsorientierter Perspektive interdisziplinär diskutiert werden kann. Erforscht und diskutiert werden Problemen auf den Grenzgebieten Medizin, Ethik und Recht. Neben ethischen Aspekten werden auf wissenschaftlicher Grundlage auch wirtschaftliche Gesichtspunkte erörtert.
In enger Kooperation der einzelnen Fakultäten ist eine Vernetzung von Lehrveranstaltungen an der Universität erreicht worden. Nicht nur durch die Tagungen und Symposien, sondern auch durch das Studienangebot im Masterstudiengang Medizin-Ethik-Recht werden Themen wie die pränatale Diagnostik, die Embryonenforschung, die Genforschung, die Transplantationsmedizin, die Sterbehilfe und Sterbebegleitung angesprochen, aufgearbeitet und möglichen Lösungen zugeführt.

Welche Herausforderungen ergeben sich bei einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit?

Herausforderungen bestehen insbesondere bei der Koordination der verschiedenen Veranstaltungen. Es ist oft nicht einfach, einen Termin zu finden, an dem alle Betroffenen zusammengebracht werden können. Dass es letztendlich doch immer gelingt, zeigt deutlich, wie hoch das Interesse an Interdisziplinarität in den Fakultäten angesiedelt und wie wichtig eine gute Vernetzung ist.

Interview: Corinna Bertz

Interdisziplinäre Zentren im Fokus:

Zentrum für Pietismusforschung
Zentrum für Innovationskompetenz „SiLi-nano“
Zentrum für Schul- und Bildungsforschung

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Kommentare [ 1 ]

1 Scientia Halensis : "Nur so lässt sich die Pietismus-Nuss knacken" schrieb am 11.05.2016 um 14:29

[…] 2: Zentrum für Innovationskompetenz „SiLi-nano“ Teil 3: Zentrum Medizin-Ethik-Recht Teil 4: Zentrum für Schul- und […]

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