Der hauseigene Kicker wird von den Konviktbewohnern oft und gerne genutzt. (Foto: Michael Deutsch)

Der hauseigene Kicker wird von den Konviktbewohnern oft und gerne genutzt. (Foto: Michael Deutsch)

Bei Francke daheim: Leben im Kulturdenkmal

Ein nicht enden wollendes Treppenhaus, alte Fachwerkbalken und schmale Holzfenster – im Wohnheim des Evangelischen Konviktes auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen ist eine ganz besondere Atmosphäre zu spüren. „Das Flair der alten Zeiten sitzt in jeder Ecke. Wir haben zum Teil noch Möbel, die wohl schon Francke nutzte“, erzählt Anne-Kathrin Bock. Das heutige Studentenheim in den Häusern 8 und 9 des Kulturdenkmals steht in der Tradition älterer Konvikte. Gründer waren unter anderem der Theologe August Tholuck und seine Frau Mathilde.
Die Theologie-Studentin Bock schätzt das Leben dort. „Es hat etwas Beruhigendes hier zu wohnen. Mitten in der Stadt und doch ein wenig abgeschirmt. Oft fragen Touristen ungläubig, ob wir wirklich hier leben.“ Wir – das sind 70 Studentinnen und Studenten verschiedener Fachrichtungen, die nicht nur zusammen wohnen. Oft treffen sie sich zu gemeinsamen Ausflügen, wissenschaftlichen Übungen, Gottesdiensten, zum Sport oder zu DVD-Abenden.

Blumenminister, Putzminister und Fetenminister – was sich skurril anhört, regelt das Leben im Evangelischen Konvikt. Der Ministerrat plant einzelne Aktivitäten während des Semesters und hält den Kontakt zu anderen Konvikten in Halle. Doch das Konvikt auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen ist etwas Besonderes, erklärt Anne-Kathrin Bock: „Mensa, Uni, Kultur – alles an einem Ort. Ein Freund meinte mal, dass man die Stiftungen nicht mehr verlassen müsste, wenn es einen Supermarkt hier gäbe. Ein Rundum-sorglos-Paket sozusagen.“ Text: Sarah Huke

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