Der Gastprofessor Prof. Dr. Thomas Börner unterstützt gegenwärtig das Institut für Biologie der MLU.
Der Gastprofessor Prof. Dr. Thomas Börner unterstützt gegenwärtig das Institut für Biologie der MLU.

Vorlesung mit Seltenheitswert

Der Pflanzengenetiker Prof. Dr. Thomas Börner unterstützt zurzeit die Lehre am Institut für Biologie, Abteilung Pflanzenphysiologie an der Martin-Luther-Universität mit einer besonderen Vorlesung. Börner, der zuletzt an der Humboldt-Universität in Berlin forschte und lehrte, konnte durch eine Kurt-Mothes-Gastprofessur an seine ehemalige Alma Mater zurückkehren.

Thomas Börner bereichert damit das Lehrangebot für die Masterstudierenden der Biologie im Bereich der Allgemeinen Botanik. Mit seinem Fachgebiet steuert er einen Bereich bei, der an der MLU so nicht vorhanden ist“, sagt Prof. Dr. Ralf Bernd Klösgen vom Institut der Biologie, der Börner nach Halle holte. Das Ziel der Gastprofessur war der wissenschaftliche Austausch, vor allem aber eine ganz besondere Vorlesung anbieten zu können.

„Pflanzen besitzen drei Genome: im Zellkern, in den Chloroplasten und in den Mitochondrien“, führt Börner in sein Fachgebiet ein. Ihn und seine Mitarbeiter interessiere vor allem, wie diese drei Genome in den Zellen zusammenarbeiten, warum es überhaupt drei verschiedene Genome in Pflanzen gibt und wie sie entstanden sind. Dank Börner erfuhren die Masterstudierenden der Biologie in einer Vorlesung mehr über die evolutionären Aspekte der Pflanzengenetik.

„Das wäre sonst nur möglich, wenn alle Studierenden den Ort wechseln würden. So ist es einfacher jemanden herzuholen, der dann auf allen Ebenen – für Bachelor, Master, Doktoranden – als Ansprechpartner und als Wissensquelle fungieren kann“, erklärt der Biologe Klösgen den großen Nutzen der Gastprofessur. Der Vorteil ergibt sich daraus, dass man „jemanden vor Ort hat, der einfach eine ganz andere Sichtweise auf den gleichen Sachverhalt mitbringt“.

Seine eigenen wissenschaftlichen Arbeiten stellte Börner in einem Seminar des Institutsbereichs Pflanzenphysiologie vor. Zudem hat sich noch eine weitere Zusammenarbeit ergeben. Der Gastprofessor, der noch bis Ende des Jahres in Halle ist, forscht schon lange an einer Mutationsform der Gerste. Klösgens Forschungsgruppe möchte nun einen Aspekt dieser Mutationsform näher beleuchten. „Das hat sich im Gespräch ergeben und das sind Dinge, die sonst in der Form nicht zustande gekommen wären“, so Klösgen.

Für Börner war es zudem eine Besonderheit die Kurt-Mothes-Gastprofessur in Halle wahrnehmen zu können. Einerseits, weil er an der hiesigen Universität studierte und seine akademische Laufbahn begann. Andererseits, weil sie nach Kurt Mothes benannt ist. Mothes war ein sehr bedeutender Pflanzenbiochemiker, der in Halle das Gebiet der Pflanzenbiochemie etabliert hat, und langjähriger Präsident der Leopoldina.

„Die Einrichtung einer solchen Professur ist ein ganz hervorragendes Instrument, um exzellente Forscher an die MLU zu holen. Darauf kann die Universität stolz sein, denn so etwas ist gar nicht so verbreitet“, betont Klösgen. Börner bestätigt das, denn in Berlin bestünde diese Möglichkeit nicht. Zudem habe er sehr positive Rückmeldungen aus den Reihen der MLU erhalten: „Viele Leute haben gefragt, ob ich nicht noch einmal herkommen könnte“. Text: Ricarda Baer

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