Betriebsärztin Ulrike Jendrezok hilft bei der richtigen Haltung am Arbeitsplatz. (Foto: Uni Halle/ Maike Glöckner)

Richtig eingerichtet und ausgerichtet

Beim klassischen Bürojob sitzt man in der Regel Montag bis Freitag auf seinem Stuhl, an einem eventuell zu niedrigen Schreibtisch und arbeitet am Computer. Besprechungen mit Kollegen, Kaffee kochen oder Mittagspausen bieten nur kurzzeitig Abwechslung. Nicht selten schmerzt am Ende des Tages der Nacken oder der Rücken. Ob der Uniarbeitsplatz richtig eingerichtet und man selber richtig ausgerichtet ist, prüft Betriebsärztin Ulrike Jendrezok.

„Der Tisch ist zu niedrig. Der Stuhl muss noch ein bisschen nach oben. Schieben sie den Bildschirm ruhig ein paar Zentimeter nach hinten.“ Mit Akribie widmet sich Frau Jendrezok vom Betriebsärztlichen Dienst der Uni Halle jedem der krumm und schief sitzenden Mitarbeiter der Pressestelle und des Hochschulmarketings. „Genügend Licht haben sie hier aber“, stellt die Betriebsärztin bei der kleinen Arbeitsplatzbegehung fest.

Tipps zur Ergonomie aus BG etem Ergotipps.Ein kleiner weißer Kasten mit Leuchtdioden zeigt ihr die Beleuchtungsstärke an. „Eine Lichtstärke von 500 bis 750 Lux ist optimal für einen Bildschirmarbeitsplatz.“ Nur mit den Jalousien hadert sie, denn eigentlich machen sie den Raum zu dunkel, wenn die Sonne scheint. Ideal wäre es, wenn man sie individuell anpassen könnte. Das Angebot des Betriebsärztlichen Dienstes können alle Mitarbeiter der Uni wahrnehmen.

Tipps zur Ergonomie aus BG etem Ergotipps.

Tipps zur Ergonomie aus BG etem Ergotipps.

Die einen sind zu groß, andere wieder zu klein: Nicht nur die richtige Ausleuchtung am Arbeitsplatz ist wichtig, vor allem die Sitzposition jedes einzelnen. Und die wurde genau unter die Lupe genommen. „Die Arme sollten im 90-Grad-Winkel auf dem Schreibtisch aufliegen, wenn die Hände die Tastatur berühren. So beugt man Verspannungen im Nacken vor.“ Auch die richtige Beinhaltung ist wichtig: Hier sollten Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden, die gesamte Sitzfläche und die Rückenlehne muss genutzt werden.

Jendrezok erklärt: „Kleine Menschen können zusätzlich eine Fußbank unter den Schreibtisch stellen, um diese Position zu erreichen. Bei großen Menschen ist es wichtig, dass der Tisch höhenverstellbar ist.“ Entscheidend ist jedoch nicht die eine Sitzposition, sondern die Dynamik des Sitzens. Vor allem moderne Bürostühle erlauben wechselnde Sitzpositionen, stützen dabei permanent die Wirbelsäule und beugen so einseitigen Belastungen vor.

Auch die Einrichtung des Monitors wirkt sich auf die Haltung aus. „Der Abstand zwischen Auge und Bildschirm sollte 60 bis 70 Zentimeter betragen, abhängig von der Bildschirmgröße. Wenn man den Kopf beim Blick auf den Bildschirm in den Nacken legen muss, dann ist er zu hoch. Optimal ist es, wenn die oberste Bildschirmzeile etwas unterhalb der Augenhöhe liegt“, so Jendrezok. „Licht, Luft und Dynamik sind die ausschlaggebenden Faktoren für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz.“

Einen Termin zur kleinen oder großen Arbeitsplatzbegehung bekommt man telefonisch oder während der Sprechzeiten. Große Begehung nach jährlich festgelegtem Begehungsplan erfolgen gemeinsam mit dem Stab Arbeits- und Umweltschutz, dem Einrichtungsleiter sowie einem Vertreter des Personalrates und dem Sicherheitsbeauftragten der Einrichtung. Unterlagen zur richtigen Sitzposition und zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz sind auf den Seiten des Betriebsärztlichen Dienstes zu finden: Leitfäden als PDF oder unter www.betriebsarzt.uni-halle.de. Sarah Huke

Kommentar schreiben

Kommentare [ 2 ]

1 Peter Demmler schrieb am 13.02.2016 um 15:19

Das ist auf jeden Fall mal eine sehr gute Maßnahme. Leider fehlt in sehr vielen Unternehmen noch das Bewußtsein für eine gesundheitsförderliche Arbeitsplatzgestaltung.

2 Ein Student der Uni schrieb am 17.06.2014 um 18:28

Es wird Zeit, dass Fr. Jendrezok auch mal die Arbeitsplätze der Studierenden, die übrigens den größeren Teil der Universitätsbevölkerung ausmachen, unter die Lupe nimmt: Mir ist keine Person bekannt, die sich nicht über die Sitzpläte in den Hörsälen im MEL und im Audimax aufregt! Ich frage mich wirklich, für welche Art Mensch diese angeschafft wurden und wer das zu verantworten hat. Die Physiotheapeuten dürfen sich freun.

Kommentar schreiben

Ihr Kommentar wird schnellstmöglich durch unser Team freigeschaltet.

Kommentar