Anatomie-Lernprogramm für eine bessere Lehre (Foto: Fotolia / digieye)

Die Anatomie des Menschen auf einen Klick

Die Dichte an Lerninhalten ist im Medizinstudium sehr hoch. Da kann man als Student schnell den Überblick verlieren. Wie sieht ein Gewebe aus, das erkrankt ist? Und wo besteht der Unterschied zu einem gesunden Gewebe? Dank Prof. Dr. Faramarz Dehghani können solche Fragen ohne stundenlanges Bücherwälzen schnell beantwortet werden. Er ist der Initiator eines Online-Lernprogramms und Professor für Anatomie und Zellbiologie an der Universität Halle.

Prof. Dr. Faramarz Dehghani (Foto: Maike Glöckner)

Prof. Dr. Faramarz Dehghani (Foto: Michael Deutsch)

Bildgebende Verfahren sind in der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Ihre Interpretation gehört zum festen Bestandteil des Medizinstudiums. Das Lernprogramm von Faramarz Dehghani setzt genau an dieser Stelle an: Es ermöglicht den Studenten die Betrachtung von histologischen sowie histopathologischen Organpräparaten. Das bedeutet, dass sowohl der gesunde, als auch der abnorme oder krankhafte Zustand des Gewebes abgebildet werden.

„Diese Kopplung ist einzigartig. Ich kenne kein anderes Programm, welches diese Komponenten derart miteinander kombiniert“, sagt der Anatomie-Professor. Es gibt noch eine weitere Besonderheit: Die meisten Abbildungen im Onlineprogramm stammen von menschlichen Präparaten. Früher wurden häufig tierische Gewebe verwendet. Der direkte Bezug zur Humanmedizin ist jedoch ein Vorteil, da sie die Wirklichkeit des ärztlichen Alltags wiederspiegelt.

Einfache Bedienung und übersichtliche Strukturen

Ziel des Programms sei eine gute Orientierung. Die Studenten sollen möglichst schnell das finden, was sie suchen. „Wer sich einmal mit dem Programm auseinandergesetzt hat, stellt fest, dass die Bedienung sehr leicht ist. Das bestätigen mir meine Studenten immer wieder“, berichtet Dehghani. Gerade in Bezug zur Didaktik sei das Programm eine notwendige Ergänzung zu den Lehrbüchern. „Das Programm hat mir sehr dabei geholfen, den Lernstoff strukturiert zu erarbeiten und als Ergänzung zur Literatur war es für mich eine große Hilfe. Die Auswahl an Präparaten, die ich auch unterwegs immer einsehen konnte, hat mir das Lernen sehr erleichtert“, erzählt Sebastian Laabs, Medizinstudent im vierten Semester.

Lernprogramm 02

Wichtige Inhalte, wie hier am Beispiel einer Zunge, werden markiert dargestellt. (Bild: Faramarz Dehghani)

Lernprogramm 01

Gesamtansicht aller relevanten Bereiche am Beispiel Lunge (Bild: Faramarz Dehghani)

 

 

 

 

 

 

 

Mit wenigen Mausklicks können sich die Benutzer für jedes Präparat zusätzliche Hinweise und Beschriftungen anzeigen lassen. So können die Studenten zuerst schauen, ob sie die wichtigen Strukturen im  Gewebebild selbst erkennen können, ohne dass diese durch das Programm sofort angezeigt werden. Die Nutzung ist sogar während der Arbeit mit dem Mikroskop sehr hilfreich. „Die unterschiedlichen Präparate können nämlich voneinander abweichen. So lernen die Studenten, Unterschiede in den Strukturen zu erkennen und hinterfragen bestehende Präparate kritischer“, ergänzt Dehghani.

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