Robert Mikutta erforscht mineral-organische Verbindungen in Böden

Böden sind nicht nur Lebensraum und wichtig für die Nahrungsmittelproduktion. Sie speichern auch über 1700 Gigatonnen Kohlenstoff  – mehr als die Atmosphäre der Erde und die gesamte Vegetation zusammen. Durch ihre organische Substanz, den Humus, tragen sie damit zur Regulierung des Weltklimas bei. Wie mineral-organische Verbindungen in Böden entstehen und was sie für die Stoffkreisläufe bedeuten, erforscht Prof. Dr. Robert Mikutta. Zum 1. Oktober 2015 ist er zum Professor für Bodenkunde und Bodenschutz an das Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Universität Halle berufen worden.

Prof. Dr. Robert Mikutta (Foto: Maike Glöckner)

Prof. Dr. Robert Mikutta (Foto: Maike Glöckner)

„An der Stabilisierung organischer Bodensubstanz sind insbesondere sekundäre Mineralneubildungen wie Tonminerale, Oxide und Hydroxide des Eisens und Aluminiums beteiligt, deren vielfältige Interaktionen mit organischer Substanz ich untersuche“, so der 39-Jährige über seine Forschung. In Halle möchte er die Bodenwissenschaften stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. „Gesunde Böden dürfen in Zeiten des Klimawandels, hoher Besiedlungs- und Nutzungsdichte nicht als Selbstverständlichkeit begriffen werden.“ Durch attraktive Lehrangebote will er seine Begeisterung auch an die Studierenden weitergeben. „Dieses Ziel soll vor allem durch die Verknüpfung von Grundlagenforschung mit Anwendungsfragen erreicht werden.“

Der gebürtige Leipziger hat in seiner Heimatstadt Geographie mit den Nebenfächern Chemie und Geologie studiert. An der Leipziger Universität wurde er 2007 mit einer Arbeit über die Mechanismen der Stabilisierung von organischer Bodensubstanz in Böden promoviert und arbeitete anschließend als Postdoktorand an der Uni Halle. 2009 wechselte der Bodenkundler an die Leibniz-Universität Hannover, wo er als Hochschulassistent am Institut für Bodenkunde tätig war und sich in diesem Jahr habilitierte. Bereits im Mai 2015 übernahm er die Vertretungsprofessur für Bodenkunde und Bodenschutz an der Uni Halle.

An seinem neuen Arbeitsort möchte Robert Mikutta gemeinsam mit Kollegen die Laborräumlichkeiten verbessern und mit modernen Analytik-Instrumenten ausstatten. Besonders wichtig ist ihm die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. „Ich möchte speziell die praktischen Fähigkeiten der Studierenden im Umgang mit Böden im Gelände vermehrt fördern“.

Privat interessiert sich Mikutta für Literatur, Theater und Ölmalerei. „Dankbar für mich als Natur- und Sportsfreund ist auch die Lage des Weinberg-Campus zwischen Dölauer Heide und Peißnitzinsel.“ Halle-Leipzig sei seine Heimat-Region, in der er sich zu Hause fühlt. An Halle gefällt ihm besonders „der teils noch vorhandene morbide Charme der einstigen Diva in Grau“, wie sie von Helga Paris fotografisch dokumentiert wurde. „Diese Balance zwischen Neuem und Alten macht den speziellen Reiz der Stadt aus.“ Mareike Kriese

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