3D-Modelle in der Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie

3D-Drucker für die Behandlung von Gesichtsverletzungen nutzen: Wenn es nach Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas geht, ist das schon bald möglich. Er ist seit Juli 2017 neuer Direktor der Poliklinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie der halleschen Universitätsklinik und hat die gleichnamige Professur inne.

Bilal Al-Nawas (Foto: Fotostelle UKH)

„Künftig wird es etwa möglich sein, Implantate an den Patienten exakt anzupassen und nicht wie bisher die knöchernen Strukturen der Patienten an das Implantat“, sagt Al-Nawas. 3D-Modelle- und PC-Simulationen will der Mediziner auch in der studentischen Ausbildung an der Universität Halle einsetzen. Dafür will er unter anderem mit dem Dorothea Erxleben Lernzentrum zusammenarbeiten. Außerdem wird er einen internationalen Kongress in Halle veranstalten, um die neuesten Entwicklungen und Einsatzgebiete dieser revolutionären Technik zu diskutieren.

Zu den beruflichen Schwerpunkten des gebürtigen Frankfurters gehören Erkrankungen, Verletzungen sowie Fehlbildungen im Bereich von Zähnen, Mundhöhle, Kiefer und Gesicht. Zudem nimmt der erfahrene Mediziner plastische Operationen vor. Er forscht unter anderem zur Infektiologie, Implantologie und zu Kopf- und Halskarzinomen.

Al-Nawas hat Zahnmedizin in Frankfurt am Main studiert und anschließend in Homburg ein Humanmedizin-Studium abgeschlossen. Auf beiden Gebieten wurde er promoviert. Die Facharztweiterbildung absolvierte er in der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie. 2004 habilitierte Al-Nawas sich in eben jenem Fach an der Universität Mainz. Dort war er in den vergangenen 20 Jahren Mitarbeiter der Universitätsmedizin und ab 2004 Oberarzt, ab 2008 leitender Oberarzt der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie. 2009 übernahm er in Mainz eine Professur und war Sprecher des chirurgischen Schwerpunktes „Biomaterials, Tissues and Cells in Science – BioMaTiCS“. Jens Müller

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