Persönliche Texte und Bilder hängen in der kleinen Siedehalle im Halloren- und Salinemuseum. (Foto: Lisa Schwermer-Funke)

„Salz meiner Welt“ – Geflüchtete stellen aus

Rund um das Thema Salz dreht sich eine neue Ausstellung im Halloren- und Salinemuseum, die noch bis Ende September zu sehen ist. In Zeichnungen und Texten präsentieren Teilnehmer der Förderkurse „Deutsch+“ für Geflüchtete am Landesstudienkolleg Halle einen sehr persönlichen Blick auf das Salz – sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinn. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.

Eine meterlange Collage, zahlreiche gezeichnete Porträts und sehr persönliche Texte hängen von den Holzbalken der Siedehalle des Halloren- und Salinemuseums. Jeder Besucher kann sich seinen eigenen Weg durch diesen schwebenden Blätterwald bahnen und in die Gedankenwelt der Zeichner und Autoren eintauchen.

Blick in die Ausstellung (Foto: Lisa Schwermer-Funke)

Es sind sehr private Berichte, die dort auf Transparentpapier zu lesen sind – darüber, was den Kursteilnehmern im Leben wichtig ist und was sie sich für sich selbst und ihre Familie wünschen. In einer Ecke des Raumes sind sie dann selbst zu hören: Eine Audioaufnahme läuft, in der sie sich gegenseitig interviewen.

Die Urheber stammen überwiegend aus Syrien und Afghanistan.  Sie sind Teilnehmer des Förderprogramms „Deutsch +“. „Die meisten von ihnen haben bereits in ihrem Heimatland studiert oder dort mit dem Abitur eine Hochschulzulassung erlangt. Sie werden hier auf die Aufnahmeprüfung zu den Fachkursen für ausländische Studierende am Studienkolleg vorbereitet, damit sie im Anschluss ein Hochschulstudium aufnehmen können“, so die Förderkurskoordinatorin Katrin Horn am Landesstudienkolleg Halle.Das Studienkolleg ist eine  gemeinsame Einrichtung der Universität Halle und der Hochschule Anhalt .

In den Kursen gehe es nicht nur um das Erlernen der Sprache: „Wir lehren auch Landeskunde und Mathematik beispielsweise.“ Das Förderprogramm Deutsch+ gehört zum Programm „integra“ des Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zur Förderung von geflüchteten Studierenden, das noch bis Ende 2019 aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wird.

Die Idee zu der Ausstellung entwickelte die Kunst- und Französischlehrerin Lisa Schwermer-Funke gemeinsam mit ihren Kollegen vom Landesstudienkolleg. Während die Kurse meist Themen des Alltags und des Lebens in Deutschland im Allgemeinen behandeln, sollte es diesmal vor allem um die Teilnehmer selbst gehen. „Wir wollten ihnen verschiedenen Wege anbieten, sich auszudrücken und ihre eigene Geschichte in einer fremden Sprache zu artikulieren“, sagt Schwermer-Funke.

Auch die Stadt Halle sollte bei dem Projekt eine Rolle spielen. Was läge da näher, als das Thema Salz zu wählen? „Wir haben uns mit Halles salziger Geschichte auseinandergesetzt und das Salz zugleich als Metapher genutzt um die Frage zu stellen: Was ist das Salz in meinem eigenen Leben? Was ist mir wichtig?“, erzählt Schwermer-Funke. Drei Tage lang trafen sich die Kursteilnehmer in Räumen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Neben den persönlichen Geschichten und Porträts sind dabei auch mit Salz geschaffene Aquarelle entstanden. Lisa Schwermer-Funke ist glücklich über das Resultat, das jetzt kostenfrei besichtigt werden kann: „Es lohnt, sich diese Arbeiten einmal anzuschauen. Man wird schnell feststellen: Wir wünschen uns eigentlich alle dasselbe – dass die Kinder friedlich und fröhlich aufwachsen können, dass man in seinem Beruf arbeiten kann und gesund bleibt.“ Corinna Bertz

Information zur Ausstellung

Die Ausstellung „Salz meiner Welt“ ist noch bis zum 30. September im Halloren- und Salinemuseum, Mansfelder Str. 52, 06108 Halle (Saale), zu sehen. Sie kann während der Öffnungszeiten des Museums von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Kommentar schreiben

Ihr Kommentar wird schnellstmöglich durch unser Team freigeschaltet.

Kommentar