Heft 2/2015

Imposantes Spiel aus Farben

Wer anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften die Experimentalvorlesung von Prof. Dr. René Csuk besuchen will, der muss schnell sein. Andernfalls ist das geräuschintensive wie farbenfrohe Ereignis, das der Chemiker im Jacob-Volhard-Hörsaal zelebriert, hoffnungslos überfüllt. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Weder schlechtes Wetter noch – wie im vergangenen Jahr – eine Fußballweltmeisterschaft können daran etwas ändern. Warum eigentlich nicht?

Unersetzbar: Die Drosophila-Röhrchen der Biologen

Oben ein Wattestöpsel, unten reichlich Futterbrei. Dazwischen lebt ein echter Superstar: Drosophila melanogaster. Ihr Wildtyp, die Taufliege, ist vielen als unerwünschter Küchengast bekannt. Mit einem Brei, der unter anderem Rosinen, Bierhefe und Maisstärke enthält, werden die Tiere, mit denen Forscher der Abteilung Entwicklungsgenetik arbeiten, von Maria Kube versorgt. Seit 26 Jahren ist die technische Mitarbeiterin für das sogenannte Fliegenumsetzen verantwortlich.

Wenn Gesundheit zur Gerechtigkeitsfrage wird

Wer soll eine Spenderniere bekommen? Wie viel Zeit sollte eine ärztliche Behandlung im Einzelfall in Anspruch nehmen? Wie viel sind Menschen bereit, für ihre Gesundheit zu zahlen? Die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. Marlies Ahlert hat diese Fragen nicht von Ärzten, Medizinern oder Politikern beantworten lassen, sondern von normalen Bürgern. Seit mehr als zehn Jahren wird an ihrem Lehrstuhl zur Gesundheitsökonomie geforscht.

„Babett Weigel, die bekannteste Unbekannte“

Sie haben Post: „Konzert und Szenenabend am Musikinstitut“. Oder: „Beethoven-Projekt und Kammermusik­abend!“ Seit fast drei Jahren trudeln in regelmäßigen Abständen Konzerteinladungen des Instituts für Musik in die E-Mail-Postfächer aller Universitätsangehörigen ein. „Babett Weigel hat wieder zugeschlagen“, twittert ein Student dann auch gleich. Doch wer ist Babett Weigel?

Arbeiten ohne Schreibtisch und Büro?

Skype, Google Drive und Dropbox: Virtuelles Arbeiten war noch nie so einfach wie heute. Trotzdem haben viele Teams Probleme damit, wenn sie nur online zusammenarbeiten. Prof. Dr. Anne-Katrin Neyer erforscht mit ihren Mitarbeitern, wie man virtuelle Zusammenarbeit besser organisieren kann. Im Interview erläutert sie, worauf es ankommt, wenn man nicht im selben Büro oder im selben Land arbeitet.

Kein Feierabend nach Feierabend?

Immer online, immer ansprechbar – 77 Prozent aller Berufstätigen in Deutschland sind laut einer Studie des Verbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche außerhalb ihrer Arbeitszeit für ­Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden per Handy und E-Mail erreichbar. Psychologen der Uni Halle sind dem Phänomen ständiger Erreichbarkeit auf den Grund gegangen.

Der perfekte Kakao

Über ein Jahr lang forschte ThiNhat Phuong Nguyen am perfekten Kakao. Ohne Klumpen, ohne Verklebungen. Am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik ließ die Doktorandin aus Eiskristallen Kakao-Tabletten wachsen. Das Verfahren könnte einmal Probleme der Pharmazie lösen.

Von der Ideologie zur Erkenntnis: Theologin erforscht „Prekäre Souveränität”

Mit der Souveränität ist das so eine Sache. Der Begriff reiht sich ein in eine Kette inflationär benutzter politischer Vokabeln, die gerne gefordert, aber ungerne erläutert werden. Dabei bedeutet Souveränität im Allgemeinen nicht mehr und nicht weniger, als dass in einem Staat irgendjemand das Sagen haben muss. Früher der König, der Kaiser – heute oftmals das Volk.