Universitätsgeschichte

Ausstellungsvorbereitung im Universitätsmuseum (Foto: Markus Scholz)

„Die combinierte Akademie“

Eine neue Ausstellung der Kustodie beschäftigt sich mit der Geschichte und Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg vor 200 Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Universitätsmuseum verloren geglaubte Stücke aus der Geschichte der Universitäten, lässt Wittenberger Professoren zu Wort kommen und erklärt, warum ganze Bibliotheken auf Schiffen unterwegs waren. Die Vernissage findet am kommenden Mittwoch, 12. April, um 17 Uhr in der Aula im Löwengebäude statt.

„Geschichte, die direkt nachwirkt“

In den Jahren 1933 bis 1945 wurden an der Uni Halle mindestens 43 Hochschullehrer aus dem Dienst entlassen – in der Mehrzahl, weil sie jüdische Vorfahren hatten oder politisch verfolgt wurden. 2013 gedachte die Universität mit einer Publikation und einer Veranstaltung dieser Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Nachfahren der Vertriebenen kamen dazu auch aus Israel und den USA nach Halle. Viele dieser Menschen hat das Projekt, das den Titel „Ausgeschlossen“ trägt, seitdem nicht mehr losgelassen, wie PD Dr. Friedemann Stengel im Interview berichtet. Er leitet die Rektoratskommission, die Namen und Lebensläufe recherchiert und weiter an der Aufarbeitung der Universitätsgeschichte arbeitet.

„Genscher half, Türen zu öffnen“

Hans-Dietrich Genscher hat sein Jura-Studium 1946 an der Universität Halle begonnen. Bis zu seinem Tod Ende März 2016 war der wohl bekannteste Hallenser und Bundesaußenminister a.D. seiner Alma Mater eng verbunden. Insbesondere nach 1990 setzte er sich aktiv für die Universität ein. Im Interview erinnert sich der damalige Rektor Prof. Dr. Günther Schilling an einen außergewöhnlichen Politiker und sein Wirken für die Hochschule.

Expedition vor 80 Jahren: Von Halle in den Hindukusch

Mit 150 Kilo Münzgeld machten sich vor 80 Jahren sechs deutsche Forscher zum Hindukusch-Gebirge auf. Es war die erste und bislang einzige naturwissenschaftliche Expedition in diese schwer zugängliche Region Afghanistans. Dass sie zustande kam, ist vor allem zwei Forschern der Universität Halle zu verdanken: Der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Theodor Roemer und der Botaniker Prof. Dr. Wilhelm Troll waren 1935 federführend an den Vorbereitungen beteiligt. Nach Afghanistan reisten dann jedoch zwei andere Hallenser: Dr. Gerhard Kerstan und Dr. Werner Roemer.

Nationalisierung der Wissenschaft – Wie konnte das geschehen?

Tausende Bücher wurden am 12. Mai 1933 auf dem Universitätsplatz durch Nationalsozialisten unter maßgeblicher Beteiligung von Studenten und Dozenten verbrannt. Aus diesem Anlass hält der Historiker Prof. Dr. Patrick Wagner am Dienstag, 12. Mai, um 18 Uhr im Hörsaal XX des Melanchthonianums am Universitätsplatz einen Gedenkvortrag. Über die damalige Entwicklung der deutschen Wissenschaft und seine aktuelle Forschung dazu spricht Wagner im Interview.